Industrieanteil federt vieles ab

Vorarlberg wird heuer 8,8 Prozent des Bruttoregionalprodukts verlieren.

Lustenau Die Coronapandemie hat nicht nur massive gesundheitliche Auswirkungen, sondern lässt auch die Wirtschaft heuer massiv abstürzen. Nach einer Untersuchung von IV-Chefökonom Christian Helmenstein werden die Bundesländer heuer im Schnitt 8,1 Prozent ihres Bruttoregionalprodukts verlieren.

Tourismusanteil im Westen

Dabei ist eine große Bandbreite zu sehen. So gibt es Bundesländer, die unter sieben Prozent und welche, die über zwölf Prozent liegen. Vorarlberg steht mit 8,8 Prozent über dem Österreich-Vergleich. Das hängt, so Helmenstein, mit dem hohen Tourismusanteil im Westen Österreichs zusammen. Allerdings gibt es einen großen Unterschied. Denn während die anderen westlichen Tourismus-Hochburgen Tirol und Salzburg mit über zwölf Prozent die größten Schäden verzeichnen, ist Vorarlberg deutlich weniger betroffen.

Laut Helmenstein federt in Vorarlberg der höhere Industrieanteil vieles ab. Außerdem hänge das auch mit der Struktur der jeweiligen Tourismusregionen zusammen. So spielen beispielsweise der Städtetourismus und regelmäßige Großveranstaltungen mit Tausenden Menschen in anderen Städten und Regionen eine noch größere Rolle als dies in Vorarlberg der Fall sei.

Interessante Gründe, warum andere Bundesländer etwas weniger betroffen sind, liefert Ökonom Helmenstein auch mit. Burgenland und Kärnten (minus 6,7 Prozent) haben von einer guten Inländer-Sommersaison profitiert, in Wien (minus 7,3 Prozent) wirkt der hohe Anteil an Dienstleistungen (Beamte, Firmenzentralen, Gesundheitsleistungen, etc.) stabilisierend.

Industrieanteil als Vorteil

In Vorarlberg resultiert der gesamte Rückgang des Bruttoregionalprodukts in absoluten Zahlen am stärksten aus der Industrie, gefolgt von den sonstigen Dienstleistungen und der Beherbergung und Gastronomie. „Natürlich sind die Industrie und die meisten produzierenden Betriebe verhältnismäßig weniger als andere Sektoren betroffen. Aber anhand dieser absoluten Zahlen sehen wir, wie groß der Anteil der Industrie und des produzierenden Sektors insgesamt an der Vorarlberger Wirtschaft ist“, sagt IV-Präsident Martin Ohneberg. Und das sei ein großer Vorteil, wie man im Bundesländervergleich und bei internationalen Beispielen sehe.

Ohnebergs Fazit: „Je höher die Ausbildungsqualität der Beschäftigten in der Region ist, umso robuster sind die Standorte für die Zukunft aufgestellt. Und eine starke Industrie hilft einer Region als Ganzes enorm, durch Krisenzeiten zu kommen.“ VN-reh

„Je höher die Ausbildungsqualität der Beschäftigten, umso robuster sind die Standorte.“

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