Honorar-Grenze bei Wohnbauselbsthilfe

Die Wohnbau­selbsthilfe verwaltet über 6000 Wohnungen im Land.  WBS

Die Wohnbau­selbsthilfe verwaltet über 6000 Wohnungen im Land.  WBS

Revisionsverband schiebt einen Riegel vor – jetzt sind Honorare mit 35.000 Euro pro Jahr gedeckelt.

Bregenz Die Diskussion darüber, ab wann ein Aufsichtsratsvorsitzender als befangen gilt, hat im Vorjahr auch die Wohnbauselbsthilfe erfasst. Hintergrund ist der Umstand, dass deren langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender in den vergangenen Jahren wiederholt fünf- und sechsstellige Honorarnoten für juristische Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Wohnbauträger in Rechnung gestellt hat. 

Im Prüfbericht des Revisionsverband wird aufgelistet, dass er 2017 rund 73.000 Euro erhalten hat. 2018 beliefen sich die Honorarnoten auf mehr als 242.000 Euro und 2019 waren es rund 170.000 Euro.

Revisionsverband kritisiert

Bei den Prüfern kam die Höhe offenbar nicht so gut an. Es wurde zwar zugestanden, dass die Beauftragungen formalrechtlich korrekt erfolgt seien und dass die fachliche Expertise eines Aufsichtsratsvorsitzenden mit tiefem Einblick ins Tagesgeschäft für ein Unternehmen von Vorteil sei. Zudem hätten Prüfungen hinsichtlich der Marktkonformität der Honorare dort, wo einsehbar, keine Bedenken ergeben. Aber die steigende Honorarentwicklung erzeuge den Anschein der Befangenheit, so die Prüfer.

Wohnbauselbsthilfe-Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Heinzle verweist auf die nunmehrige Deckelung der Honorare für seine Kanzlei mit maximal 35.000 Euro ab 2020. Zudem betont er, dass alle Beschlüsse dazu in den Vorjahren rechtlich korrekt erfolgt seien. „Als sich herausgestellt hat, dass der Revisionsverband mit der Höhe der Honorare nicht einverstanden ist und eine mögliche Befangenheit sieht, haben wir sofort reagiert und diese maximale Obergrenze eingezogen“, so Heinzle.

Wohnbauselbsthilfe-Geschäftsführer Thomas Schöpf verweist darauf, dass es in der Rechtsprechung keinen absoluten Euro-Betrag gebe, ab dem ein Aufsichtsratsvorsitzender als befangen gelte. Nach seinem Wissensstand habe die Wohnbauselbsthilfe immer schon mit zumindest fünf externen Juristen zusammengearbeitet. „Eine exklusive Auftragsvergabe an Gebhard Heinzle gab es nie.“ Mittlerweile sei die Zahl der engagierten externen Juristen auf etwa zehn angestiegen.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.