Sporthändler am Berg verlieren Hauptsaison

Für Sportartikelhändler in Tourismusregionen ist der Zeitraum Dezember bis März die stärkste Zeit, in der sie rund 70 Prozent ihres Jahresumsatzes machen.  reuters

Für Sportartikelhändler in Tourismusregionen ist der Zeitraum Dezember bis März die stärkste Zeit, in der sie rund 70 Prozent ihres Jahresumsatzes machen.  reuters

Geschäfte in Tourismusregionen fürchten um ihre Existenz.

St. Gallenkirch Gastronomie und Hotellerie müssen noch bis 7. Jänner geschlossen halten. Dies trifft auch zahlreiche Zulieferbetriebe sowie jene Handelsbetriebe, die direkt in den Tourismusregionen ansässig sind. Denn ohne Gäste aus dem Ausland, die Sportausrüstung kaufen oder leihen, ist nicht viel Geschäft zu machen.

Normalerweise wäre gerade Hochsaison für die Sportartikelhändler. „Die Zeit um Weihnachten sowie die erste Woche im Jänner sind neben der Faschingszeit unsere umsatzstärkste Zeit. Der Umsatzverlust durch die ausbleibenden Touristen ist gravierend“, sagt Harald Rudigier, Sportartikelhändler in St. Gallenkirch und stellvertretender Sprecher des Mode- und Freizeitartikelhandels. Die Ware für den Winter sei bereits im Haus, da der Einkauf eine Vorlaufzeit von neun bis zwölf Monaten habe. „Die Lager sind voll und werden sich selbst bei starker Rabattierung nicht leeren lassen“, so Rudigier. 

Ohne Gäste kein Umsatz

Zudem könne der Umsatzverlust nicht durch Tagesgäste und Einheimische kompensiert werden. „Die Situation kann eins zu eins mit der von Tourismusbetrieben verglichen werden. Unser Hauptgeschäft machen wir mit Gästen, die hier mehrere Tage Urlaub machen. Solange diese ausbleiben, haben wir mit Umsatzeinbußen von bis zu 90 Prozent zu kämpfen“, betont Rudigier.Auch beim Verleihgeschäft sehe es nicht besser aus. Zudem biete die aktuelle Buchungslage der Hotels bis Ende Jänner wenig Hoffnung auf eine restliche gute Saison. Fast 90 Prozent der Sportartikelhändler in Tourismusorten seien Familienbetriebe, von denen viele nun um ihre Existenz kämpfen.

Auch die großen Händler sprechen von gravierenden Auswirkungen. „Mit den derzeitigen wirtschaftlichen Unterstützungen wird es nicht möglich sein, alle Betriebe und ihre Beschäftigten durch den Winter zu bringen“, bekräftigen Intersport-Chef Thorsten Schmitz und Sport2000-Chef Holger Schwarting. „Durch geschlossene Grenzen und Reisewarnungen sowie geschlossene Seilbahnen und Hotels stehen touristische Sportfachhändler vor dem absoluten Worst-Case-Szenario: dem Total-Ausfall ihrer Umsätze von Dezember bis April.“

Warten auf Ersatz

Die Regierung hat zwar angekündigt, ein Umsatzersatzmodell für direkte und indirekte Zulieferbetriebe auf die Beine zu stellen, Details sind aber noch nicht bekannt.

„Die Lager sind voll und werden sich selbst bei starker Rabattierung nicht leeren lassen.“

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