Nur noch fünf Flüge, dann ist Weihnachten

Gähnende Leere: Der Flughafen Friedrichshafen braucht - durch den Coronalockdown noch verschärft - dringend Unterstützung durch Landkreis und Stadt.  FA

Gähnende Leere: Der Flughafen Friedrichshafen braucht - durch den Coronalockdown noch verschärft - dringend Unterstützung durch Landkreis und Stadt.  FA

Regionale Flugbranche kämpft mit Passagierschwund und Kosten.

Altenrhein, Friedrichshafen Die Fluglärmmessungen im Einzugsgebiet des People‘s Airport in Altenrhein dürften heuer keine Überschreitungen anzeigen. Denn nachdem der Flugbetrieb schon im Frühjahr heruntergefahren werden musste, wirkt sich nun auch der zweite Lockdown für Flughafen und Fluglinie massiv aus. „Die Nachfrage nach Wien-Flügen ist eingebrochen“, berichtet CEO Thomas Krutzler. Nur noch wenige Passagiere buchen Flüge, das erforderte rasches Handeln. Ergebnis: Bis Weihnachten gibt es nur noch fünf Linienflüge – drei in die österreichische Bundeshauptstadt, zwei von Schwechat nach Altenrhein.

Reiseverbot und Zurückhaltung

Viele Firmen aus Vorarlberg und der Ostschweiz haben derzeit ein Reiseverbot, wenn die Einschränkungen weiter anhalten, werde man auch in den sowieso schwächeren Monaten Jänner und Februar weiterhin nur wenige Flüge anbieten. Die Aussichten auf das nächste Jahr sind zumindest bei den Ferienflügen ebenfalls nicht rosig. Derzeit werde kaum gebucht, so der People‘s-Chef – und das obwohl traditionell der Dezember ein guter Buchungsmonat ist. Um auch etwas Positives zu berichten, weist Krutzler darauf hin, dass private Flugzeuge sehr wohl noch am Schweizer Bodenseeufer starten und landen. Wenn es keinen Nebel hat, denn sonst müssen sie derzeit nicht nach Friedrichshafen, sondern nach Zürich oder Memmingen ausweichen, weil der Bodensee-Airport seinen Betrieb praktisch eingestellt hat.

Nur eine Linie wird derzeit in Friedrichshafen bedient, jene nach Skopje. Der Bodenseeairport hat aber insgesamt zu kämpfen, zumal er schon vor Corona finanziell in Bedrängnis war. Ein Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger beziffert den Finanzbedarf mit 29,5 Millionen Euro bis zum Jahr 2025. Landkreis und Stadt Friedrichshafen haben inzwischen ihre Unterstützung zugesagt. Vom Land Baden-Württemberg kommt außerdem noch die Coronahilfe, die für Regionalflughäfen gewährt wird. Ausschlaggebend für die Hilfe dürfte gewesen sein, dass der Airport in coronafreien Jahren durch Umwegrentabilität eine jährliche Bruttowertschöpfung von 56 Mill. Euro in die Region bringt. Am Allgäu Airport in Memmingen sieht die Sache nur um Nuancen besser aus. Dort bieten die Hauptkunden Wizz Air und Ryanair zumindest noch einige Flüge an. Am Dienstag waren es fünf Abflügen und vier Landungen. Und die Winterferienflieger werden heuer wohl auch nicht mehr viele Gäste in die Winterskigebiete bringen. VN-sca

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