Träumer, Entwickler, Biohacker

von Redaktion

Mathias Schneider (Möbeltronic), Jasper Reichardt (Blackriver) und Christof Gabriel (Matchtime).

Dornbirn „Ich habe ein Bett in den Garten gestellt und vermietet“, so erzählt Philipp Herburger die Aktion, die letztlich zu seinem Start-up Dream Alive führte. Damit richtet er sich an Reisende, die ein Schlaf­erlebnis an besonderen Plätzen suchen. Der Prototyp – ein 360 Grad verglastes, mobiles Hotelzimmer – soll nun an Hotels vermietet oder verkauft werden.

Herburger ist einer von elf Innovativen, die das Postgaragen Ticket genutzt haben. Damit können Start-ups in der Dornbirner Postgarage ihre Ideen vorantreiben, bekommen dort kostenlos ein Jahr lang nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern werden auch durch Coachings unterstützt. Ermöglicht wird das durch eine Kooperation von Land, Wirtschaftskammer, Wisto,
Russmedia, FHV und der Prisma. Für die Start-ups ist diese Zeit nun um. Neun verfolgen weiter ihre Geschäftsidee, so Julia Grahammer und Alex Thurnher (Startupland).

Kreislauffähiger Schuh

Die Ideen sind vielfältig. Christoph Ganahl hat einen nachhaltigen, kreislauffähigen Schuh entwickelt, der den Fokus auch auf die Gesundheit legt. AVO wird mittels 3D-Stricktechnologie produziert. Die Materialtests sind umgesetzt. Nun sucht Ganahl Investoren. Das Geld soll in den Werkzeugbau für die Sohle fließen.

Bettina Feurstein und Verena Heingärtner waren zusammengezählt 30 Jahre im Ausland. Aus diesen Erfahrungen ist XIPAT entstanden. Ein Servicedesk für internationale Fachkräfte, die nach Vorarlberg kommen. „Sie sollen sich hier zuhause und wohl fühlen und Freunde finden“, so Feuerstein.

Jasper Reichardt entwickelt mit Blackriver eine Software für die Blockchaintechnologie. „Aktuell sind wir noch in der Entwicklung. Denn es gibt viele Herausforderungen in Sachen Regulatorik oder Sicherheit und das System ist komplex. Konkret 25.000 Zeilen Code und sieben Kryptowährungen.“

In der Postgarage haben Start-ups nicht nur Raum, sondern auch den Austausch unter Gleichgesinnten. Das war auch für Emine Baltaci wertvoll. Dennoch hat sie ihre ursprüngliche Idee – eine App zum Preisvergleich von Einkaufslisten – verworfen. „Ich wollte die Idee zu sehr perfektionieren, anstatt einfach zu machen.“ Was sie daraus gelernt hat? Früh Feedback einholen und nicht zu theoretisch denken.

Handschuh zur Reanimation

Martin Hämmerle und Florian Rossmann haben zwei Geschäftsideen realisiert. LOJA will den lokalen Handel für das digitale Zeitalter aufrüsten. In der App können durch Einkäufe Treuepunkte gesammelt werden. Die Händler können ihre Kunden via Push-Nachrichten über Neuigkeiten informieren. GLOVE:IX wiederum will die Qualität der Herzdruckmassage bei der Reanimation steigern. Ihr Handschuh mit Textilsensoren plus externem Auswertungsgerät gibt Feedback in Echtzeit und richtet sich an Laien wie Profis. Derzeit wird der Prototyp finalisiert.

Mathias Schneider hat bereits ein Unternehmen. Er bietet Sonderlösungen für flexibles Wohnen. Die Idee entstand, weil seiner Familie durch Zuwachs ein Zimmer fehlte. Mit Möbeltronic arbeitet er nun an einem standardisierten System, um Wohnraum effizienter zu nutzen.

Marco Grosch hat mit Minimalist Biohacker ein Mittel gegen Stress. Das Ziel ist eine zielgerichtete, messbare Selbstoptimierung. Der Prozess geht von der Analyse bis zum Coaching. Das Postgaragen Ticket war hilfreich. „Hier war ich so produktiv wie nie.“

Spieler und Vereine

Das trifft auch auf Christof Germann zu. Mit seiner App Matchtime können Tennisbegeisterte Spielpartner finden und Tennisvereine ihre Kommunikation mit den Mitgliedern abwickeln. Derzeit läuft die Testphase. „Mein Ziel ist, nächste Saison ein fertiges Produkt zu haben.“ Auch in der Postgarage gilt: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Denn es sind wieder neue Kreative mit ihren Ideen eingezogen. Das Entwickeln und Tüfteln geht also weiter. VN-reh

Martin Hämmerle und Florian Rossmann (LOJA, GLOVE:IX) mit Emine Baltaci. 

Philipp Herburger (Dream Alive).

Christoph Ganahl (AVO), Marco Grosch (Minimalist Biohacker), Bettina Feurstein (XIPAT).  Frederick Sams

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