Gut essen und entschleunigen

Neue Studie zeigt in Vorarlberg geändertes Verhalten bei Konsum und Urlaubsplanung.

Lustenau Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf das Konsum-, Freizeit- und Reiseverhalten der Vorarlberger? Dieser Frage ist Marktforscher Wolfram Auer (Institut für Management & Marketing, Lustenau) zusammen mit der Mediawerkstatt Wien und unter Beteiligung von Vorarlberg Tourismus nachgegangen. Das Ergebnis zeigt dabei eine deutliche Stoßrichtung. Denn die herrschende Unsicherheit führt zu Änderungen bei den Gewohnheiten.

Ein Beispiel: So geben in der Studie (befragt wurden vor allem Angestellte, Beamte und Selbstständige) sieben von zehn Befragten an, dass sie in Zeiten des Lockdowns vermehrt auf regionale Produkte gesetzt haben. Was dabei überrascht: Während die ältere Bevölkerungsgruppe die regionalen Angebote auch künftig intensiver nutzen will, ist die Produktherkunft für jüngere Zielgruppen eher sekundär.

Gleichauf mit Globalisierung

Auf diesen Umstand sei besonderes Augenmerk zu legen, so die Marktforscher. Denn die Wirtschaftsleistung einer Region und die Arbeitsplätze hängen unmittelbar mit der Attraktivität regionaler Produkte und Angebote zusammen. Insgesamt, so ein Ergebnis der Studie, ist aber der Großteil davon überzeugt, dass in Zukunft die eigene Region, neben der Globalisierung, die gleich große Rolle spielen wird.

Fragt man nach dem bevorstehenden Urlaub, sagt über die Hälfte (51 Prozent), dass sie ihren Sommer- bzw. Herbsturlaub für heuer schon gebucht oder geplant habe. 26 Prozent sind noch unsicher. Der Rest verbringt den Urlaub zuhause oder verzichtet gänzlich auf eine Reise. Jene, die heuer auf Sommerurlaub fahren, setzen auf Österreich. 60 Prozent wollen im
eigenen Land bleiben. Jeder Sechste will Urlaubsgast in Vorarlberg sein.

Tagesausflüge attraktiv

Verstärkt liegt heuer der Fokus auch auf Tagesausflügen. Über 60 Prozent der Befragten geben an, dieses Jahr noch unbekannte Flecken und Attraktionen in Vorarlberg entdecken zu wollen.

Geht es um die Frage, ob oder wo man derzeit spart, zeigt sich ein vielschichtiges Bild. So verzichten die Befragten auf Investitionen in Kunst oder Schmuck. Bei Restaurantbesuchen, Kleidung, Fahrrädern sowie Anschaffungen im Bereich Garten und Balkon sind sie aber deutlich weniger sparsam.  

Zusammenhalt wichtig

Die Frage, welche persönlichen Erfahrungen sie aus der Krise mitnehmen, beantworten viele mit Entschleunigung. Zudem wird auf den gestiegenen Wert von Familie und den Zusammenhalt in der Gesellschaft verwiesen. Beanstandet wird indes, dass „das Land schlecht auf derartige Katastrophen vorbereitet ist“ und „sich Denunziantentum erstaunlich rasch ausbreitet“. VN-reh

„Urlaub wird trotz Corona geplant und das Bewusstsein für Regionales ist gestiegen.“

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