Kommentar

Hubert Rhomberg

„Ihr werdet mir fehlen“

– lässt die Autorin Bettina Erasmy die Erde in einem ihrer Werke rührselig denken. Sie meint damit die Menschen, die sich selbst ausgerottet haben. Ich glaube, das Bild trifft voll ins Schwarze: Die Menschheit kommt, und wahrscheinlich geht sie auch wieder, die Erde bleibt. Für sie sind wir nur ein Augenblick, sie dreht sich einfach weiter. Und in Wahrheit wird sie der Verlust der Menschheit nur wenig jucken.

Unsere Jugend juckt es schon, wie lange die Erde sich mit uns weiterdreht. So habe ich es am 6. Februar im Vorarlberger Landestheater bei der Zukunftskonferenz „MY FUTURE – WHO CARES?“ erlebt, die auch vom Klimaneutralitätsbündnis unterstützt wurde. Der 12-jährige Levin Berning rockte mit seinem leidenschaftlichen Appell fürs Bäumepflanzen das Haus. Gemeinsam mit dem Initiator dieser einfachen, aber machbaren Idee, Felix Finkbeiner, lieferte er so den Auftakt für eine beeindruckende Anzahl von Präsentationen diverser Projekte, die die jungen Leute – Schülerinnen und Schüler aus ganz Vorarlberg – in den vergangenen Monaten, initiiert, bearbeitet oder schon umgesetzt haben. Eingeladen hatten CARE Österreich und das Junge Landestheater.

Die Veranstaltung hat mich begeistert. Genauer: Die jugendlichen Aktivisten haben mich mit ihrer Begeisterung angesteckt. Denn, ja, unsere Welt steht vor immensen Herausforderungen. Klimawandel, Armut und Hunger sind nur einige davon. Aber eines habe ich an diesem Tag ganz deutlich gespürt: Unsere Jugend nimmt diese Herausforderungen an. Ihr Tenor war „Es gibt Lösungen. Wir kriegen das schon hin“. Unsere Aufgabe ist es nun, sie dabei zu unterstützen, die besten Lösungen für ihre Zukunft zu schaffen.

Und wir müssen an die Ideen und Lösungen glauben, die es schon gibt. Zum Beispiel an das Klimaneutralitätsbündnis 2025, das ich 2013 mitgründen durfte und das mittlerweile 131 Bündnispartner aufweist. Die eigenen Emissionen zumindest neutral zu stellen, ist – neben eigenen Maßnahmen im Betrieb – die schnellste und einfachste Möglichkeit, mit der ein Unternehmen sich klar positionieren und einen aktiven Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme leisten kann. Jedes Unternehmen kann teilnehmen, unabhängig von Größe, Standort und Branche. Je mehr Unternehmen mitmachen, desto kraftvoller wird die Initiative und desto stärker profitieren alle davon – auch die Erde, die uns dann nicht vermissen muss.

Hubert Rhomberg

markt@vn.at

Hubert Rhomberg ist Baumeister und Geschäftsführer der Rhomberg Holding.

„Denn, ja, unsere Welt steht vor immensen Herausforderungen. Klimawandel, Armut und Hunger sind nur einige davon. “

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