Börsenkommentar Ines Frei

Wolken am Horizont?

Dornbirn Auch wenn die aktuellen Temperaturen auf einen „goldenen Herbst“ deuten, an den Finanzmärkten wird es etwas ruppiger. Die Kurskorrekturen in den letzten Tagen sind ein Warnzeichen. Es mehren sich Anzeichen, dass sich die Weltwirtschaft etwas abschwächt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem aktuellen Bericht seine Prognosen leicht nach unten korrigiert. Für 2018 bis 2019 erwartet er ein globales Wirtschaftswachstum von jeweils 3,7 Prozent. Zuletzt wurden bei der Frühjahresprognose noch 3,9 Prozent vorausgesagt.

Als Risikofaktor für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte sehen die IWF-Experten vor allem den internationalen Handelsstreit. Eine Eskalation könne „das Vertrauen der Anleger untergraben und das Wirtschaftswachstum schädigen“. Ungleichgewichte in den Volkswirtschaften der Schwellenländer, die dahinschmelzenden Anzeichen für eine Einigung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU über die Bedingungen des Austritts und die beabsichtigte expansive Fiskalpolitik in Italien dämpfen das Vertrauen der Investoren. Für die kommenden Monate ist besonders das Ausmaß der Wachstumsabschwächung der chinesischen Volkswirtschaft von Interesse.

Die US-Zentralbank hat mit der Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf ein Zielband für den Leitzinssatz von 2-2,25 Prozent einen Meilenstein erreicht. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist der (um die Inflation bereinigte) Zinssatz nicht mehr negativ. Die Zentralbank prognostiziert für die kommenden Jahre eine Inflation von 2,1 Prozent. Die Zinsen könnten auf 3,0 Prozent steigen. Alles andere als hilfreich ist der steigende Ölpreis auf aktuell 81 US-Dollar pro Fass. Das ist vor allem auf eine erwartete Verschlechterung des globalen Produktionsvolumens (Iran-Sanktionen) zurückzuführen.

Aus dem Ganzen kann man auch Positives herauslesen: Das unfreundliche Umfeld wird in den aktuellen Börsenkursen bereits vorweggenommen. Allerdings, nur wenige Wertpapierklassen konnten heuer einen positiven Ertrag abliefern. Deshalb bleiben wir für einige risikobehaftete Wertpapierklassen (z. B. Aktien in Industriestaaten) vorsichtig optimistisch.

ines.frei@dornbirn.sparkasse.at, Ines Frei, Veranlagungsspezialistin Sparkasse, www.erste-am.at

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