„Gesunde Entwicklung“ in Holzbau-Architektur

Die drei Juroren Roland Gnaiger aus Bludenz, Marlene Guyan aus Igis und Thomas Lechner aus Altenmarkt auf der Holzbank. Foto: HBK

Die drei Juroren Roland Gnaiger aus Bludenz, Marlene Guyan aus Igis und Thomas Lechner aus Altenmarkt auf der Holzbank. Foto: HBK

134 Einreichungen für den Vorarlberger Holzbaupreis. Jury lobt „gesunde Entwicklung“.

Ludesch. (VN-sca) Die drei Juroren des Holzbaupreises, die Architekten Roland Gnaiger aus Bludenz, Marlene Guyan aus Igis (Graubünden) und Thomas Lechner aus Altenmarkt (Salzburg), machten es sich nicht leicht.  134 Projekte wurden heuer zum Vorarlberger Holzbaupreis, der alle zwei Jahre vergeben wird und der vor zwanzig Jahren zum ersten Mal verliehen wurde, eingereicht, und die Qualität war hoch, wie Juror Thomas Lechner feststellt, für den die Aufgabe in Vorarlberg etwas ganz Besonderes darstellte. Denn der Salzburger erinnert sich noch zurück, als der ökologische und nachhaltige Baustoff  in seinem Bundesland noch weit entfernt war von einer breiten Akzeptanz: „Vorarlberg – das war das gelobte Holzbauland. Ich war überwältigt, als ich das erste Mal hier war.“

Bauen auf Augenhöhe

Vorarlberg sei nach wie vor Pionier und führend im Holzbau, ist er nach der zweitägigen Juryfahrt durch das „Holzbauland“ überzeugt. Völlig unbestritten sind bei den drei Gestaltern die hohe handwerkliche Qualität und die oft verblüffenden technischen Lösungen der Handwerker. Und der Umgang mit den Gestaltern. „Hier begegnen sich Architekten und Handwerker auf Augenhöhe, das ist aus meiner Sicht erstaunlich.“ Und auch gut so. Darin sind sich Guyan, Gnaiger und Lechner einig. Und auch in ihrem Urteil über die zum Wettbewerb angemeldeten Häuser sind sie sich einig – nämlich darin, dass man „weggeht von den möbelartigen Häusern“, hin zu solchen, die nicht aufgeregt nach Applaus heischen, sondern selbstbewusst für sich stehen. Für Gnaiger, dem vordergründigen Bling-Bling bekanntermaßen abhold, eine „gesunde Entwicklung“ weg von einer verkrampften gestalterischen Originalität.

Stiefkind Mehrfamilienhaus

Auch heuer wieder sind die Einfamilienhäuser bei den Einreichungen in der Mehrzahl. Das behagt den Juroren nicht unbedingt, sie wünschten sich mehr Mehrfamilienhäuser. Das wäre auch ein Statement mit Vorbildwirkung in einem Land, in dem seit Monaten die fehlenden Bauflächen im Mittelpunkt einer engagierten Diskussion stehen. Allein: Gerade im mehrgeschoßigen Wohnbau fehle es an Qualität, ziehen die drei international anerkannten Architekten im Gespräch mit den VN ein ernüchterndes Fazit und hoffen auf Bauherren, die der Gestaltung in Zukunft mehr Chancen geben. Eingereicht wurden beim Holzbaupreis zehn Mehrfamilienhaus-Projekte.

Luft nach oben wittern die Fachleute bei der Aufstockung und dem Ausbau bestehender Gebäude, für die „Holz eine extreme Chance ist“, so Gnaiger, der an der Universität Linz Architektur lehrt und in Vorarlberg mit seinen Holzbauten markante Zeichen gesetzt hat. Wer den hohen Ansprüchen der Jury genügte, wird am 30. Juni in Wolfurt bekannt gegeben.

Eingereichte Objekte

» Einfamilienhaus: 44

» Mehrfamilienhaus: 10

» Gewerbebau: 18

» Öffentlicher Bau: 5

» Sanierung/Erweiterung: 17

» Holzmischbauweise: 5

» Projekte außer Landes: 32

» Sonstiges: 3

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