Ökopionier. Johann Punzenberger (56), AEEV Arbeitsgemeinschaft erneuerbare Energie Vorarlberg

CO2-neutrale Wirtschaft

von Verena Daum
Seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986 hat sich der Schoppernauer Hans Punzenberger der Energiewende verschrieben. Foto: Punzenberger

Seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986 hat sich der Schoppernauer Hans Punzenberger der Energiewende verschrieben. Foto: Punzenberger

Johann Punzenberger will ethisches, regionales Investment forcieren.

schoppernau. „Die drei wichtigsten Aufgaben für eine wirklich nachhaltige, regional beginnende, aber globale Ressourcen-, Energie- und Agrarwende sind erstens die Realisierung einer Kostenwahrheit für Energie, Ressourcen und Lebensmittel, zweitens das Aufzeigen der Zusammenhänge zwischen unserem derzeitigen Lebensstil und der Vernichtung unserer Lebensgrundlage, und drittens Investitionen in die verfügbare Technik der Energieeffizienz sowie der erneuerbaren Energie“, klärt der Schoppernauer Ökopionier Hans Punzenberger auf.

Förderwahnsinn beenden

„Diese Aufgaben müssen auf allen politischen Ebenen sowie in Betrieben und Haushalten umgesetzt werden, denn noch immer werden laufend über unsere Steuergelder doppelt so viele Förderungen für Atomkraftwerke, Kohle, Öl und Gas gewährt als für die erneuerbaren Energieträger. Ebenso blockieren extrem hohe Ausgaben für die Rüstung erforderliche Maßnahmen für den Klimaschutz. Wenn wir unsere derzeitige Selbstzerstörung an der Wurzel verändern wollen, müssen wir eine CO2-neutrale Wirtschaft aufbauen. Die technischen Lösungen dafür stehen längst zur Verfügung, die Wirtschaft wird sie innerhalb kürzester Zeit realisieren, wenn die Rahmenbedingungen passen“, so Punzenberger. „Wer wirklich etwas verändern will, muss seine politische Gestaltungskraft aktiv einsetzen: als Konsument und als politischer Mitgestalter in Bürgerbewegungen, Vereinen bzw. auch politischen Parteien. Wir von der AEEV bieten dafür unsere Plattform www.klimacent.at, um beide Strategien gemeinsam und damit verstärkt zur Wirkung zu bringen.“

Tschernobyl war für Hans Punzenberger 1986 die Initialzündung, sich dem Klimaschutz und der Energiewende zu verschreiben: „Als junger Vater wollte ich damals einen Weg finden, meinen Sohn zu schützen. Für mich war und ist es noch immer unverständlich, dass wir heute auf den Mond fliegen können, aber nicht gewillt sind, unsere Abhängigkeit von Atomstrom, Öl, Gas und Kohle zu beenden. Anstatt Hunderte Millionen Euro dafür auszugeben, brauchen wir dieses Geld für Investitionen in Energieeffizienz und Refinanzierung von Erneuerbaren, die dann die laufende Wertschöpfung im Land sicherstellen.“

Klimacent und Dialoge

„Das wichtigste Projekt, an dem ich gerade arbeite, ist der Klimacent“, informiert Punzenberger. „Über diese Plattform für freiwillige CO2-Abgaben wollen wir gezielt regionale Klimaschutzprojekte unterstützen und den politischen Druck erhöhen, um endlich ernsthaft den Aufbau einer enkeltauglichen Energieversorgung sicherzustellen. Mitmachen können alle ganz einfach: das Formular ,Mein Klimabeitrag‘ downloaden, den eigenen CO2 Fußabdruck ermitteln oder eine Pauschale festlegen, mitentscheiden, welches Klimaschutzprojekt gefördert werden soll und uns den Fördervertrag zuschicken. Dann wird man Teil der Bewegung, die nicht nur fordert, sondern auch eigenverantwortlich handelt. Gemeinsam mit Bürgern und Kunden ermöglichen wir ein ,ethisches, regionales Investment‘“ schließt Punzenberger.

Weitere Informationen unter:
www.aeev.at
www.energiefuerfrieden.at

<p class="caption">Zwei auf gleicher Frequenz: Weltladen und Klimacent-Hans.</p>

Zwei auf gleicher Frequenz: Weltladen und Klimacent-Hans.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.