Weit abseits des Mainstreams

von Hanna Reiner
Schoellerbank-Vorstand Heinz Mayer und Bregenz-Direktor Peter Scherbaum. Foto: VN/Hartinger

Schoellerbank-Vorstand Heinz Mayer und Bregenz-Direktor Peter Scherbaum. Foto: VN/Hartinger

Schoellerbank sieht mögliche Korrektur am US-Aktienmarkt. Fokus auf Qualität und Asien.

Schwarzach. Der Macron-Effekt verhalf den Börsen zwar im Vorfeld, die große Euphorie brach nach dem Wahlsieg Emmanuel Macrons dennoch nicht aus. Für Schoellerbank-Investmentvorstand Heinz Mayer liegt der Erfolg von Anlagestrategien sowieso unabhängig von politischen Entwicklungen. Vielmehr setzt man seit Jahren auf Aktien von Qualitätsunternehmen mit solidem Geschäftsmodell, die nicht von einem Einzelmarkt abhängig oder von Faktoren wie Konjunktur oder Politik beeinflusst sind. So werde Procter & Gamble unabhängig vom Ausgang einer Wahl nicht eine Zahncreme weniger verkaufen, gibt Heinz Mayer im VN-Gespräch ein Beispiel.

Dass der Privatbank die Strategie aufgeht, zeigt sich an mehreren Faktoren. Die Schoellerbank wird regelmäßig für ihre Vermögensverwaltung ausgezeichnet und zusätzlich zur guten Performance liegt ein Teil des Erfolges in der Empfehlung. Denn 80 Prozent des Nettomittelzuflusses kommen aufgrund von Empfehlungen bestehender Kunden. „Die Bank steht gut da“, verdeutlicht Mayer. Und auch heuer gehe die schöne Entwicklung weiter. Österreichweit genauso wie in Vorarlberg. Hier kann sich Direktor Peter Scherbaum über Wachstum freuen. „Das Interesse, besonders aus Deutschland, ist so groß wie nie.“

Dass viele Menschen ihr Geld trotz der anhaltend niedrigen Zinsen lieber am Sparbuch liegen lassen, ist für den Schoellerbank-Vorstand „wie eine stille Vermögenssteuer“. Für ihn sind Qualitätsaktien derweil der beste Vermögensschutz. Dass die Schoellerbank die Aktienquote unlängst von übergewichtet auf neutral reduziert hat, signalisiere dennoch eine langfristig positive Sicht. Aktien seien weiterhin die Asset-Klasse mit den aus längerfristiger Perspektive besten Renditeaussichten.

Der Grund für die Reduzierung liege rein an den USA, sagt Mayer. Denn dort sei der Leitindex S&P 500 vorausgelaufen, der Optimismus habe massiv zugenommen. Das sei aus antizyklischer Sicht ein Warnzeichen. Es gebe zwar die sogenannten „Mega Caps“ wie Apple, Amazon, Facebook oder Google. Insgesamt aber konsolidiere die USA derzeit auf hohem Niveau. „Die Performance wird zäh“, so Mayer.

Viel Freude bereiten ihm dafür andere Märkte. Europa bleibe weiterhin stark, Asien der Lieblingsmarkt. „Der attraktivste Markt weltweit, günstig und vom drohenden Handelskrieg unbeeindruckt. Das ist ein gutes Fundament“, bekräftigt der Bankvorstand. Eine große Übertreibung sei dort jedenfalls nicht zu erkennen. Entsprechend hoch ist deshalb die Gewichtung.

Antizyklisch agieren

Die Schoellerbank agiert gerne antizyklisch, also abseits des Mainstreams. So setzt man auch bei den Fremdwährungen im Gegensatz zu anderen lieber auf Staaten mit so wenig Schulden wie möglich, und bei Anleihen vor allem auf inflationsgeschützte Anleihen, um das Vermögen langfristig gegen Preissteigerungen abzusichern.

Insgesamt umfasst die Aktienliste der Privatbank 40 Titel aus den Bereichen Konsumgüter, Finanzwesen, Gesundheit, Industrie, Nicht-Basiskonsum, Informationstechnologie, Rohstoffe und Telekommunikation. Man habe damit eine solide Streuung, sagt Mayer. „Zu Tode streuen“ wolle man sich schließlich nicht.

Geld auf dem Sparbuch zu haben, ist eine stille Vermögenssteuer.

Heinz Mayer
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