Expertengespräch. Thomas Fröis

Das Internet der Dinge verändert den Alltag

Thomas Fröis glaubt, dass wir erst am Anfang stehen.  Foto: Gmeiner

Thomas Fröis glaubt, dass wir erst am Anfang stehen.  Foto: Gmeiner

Thomas Fröis, Chef der Firma Texible, über die neuen digitalen Technologien in der Textil­industrie.

Hohenems. Eigentlich wird darüber nicht gesprochen. Inkontinenz ist ein Tabuthema. Doch es kann jeden treffen. Nun hat ein Ländle-Start-up die weltweit erste industriell waschbare Inkontinenz-Betteinlage entwickelt. Sie erkennt Nässe, absorbiert sie und alarmiert automatisch das Pflegepersonal oder den Betreuer. Und sie führt das Textilland in die Zukunft. Denn eine Maschinenerweiterung macht es möglich, dass konventionelle Stickmaschinen nun auch dünne Drähte und Materialien wie Glasfaser, Kupfer und Stahl auf Textiles sticken können. Und das ist erst der Anfang, wie Geschäftsführer Thomas Fröis erklärt.

Wie kamen Sie auf die Idee, Textilprodukte mit neuen digitalen Technologien in Verbindung zu bringen?

Fröis: Vorrangig stand die Frage im Raum: Wie könnte die Zukunft des Textillandes Vorarlberg aussehen? Die Idee, den Anwendungsbereich von Textilien durch den Einsatz von Technik zu erweitern, war naheliegend. Neben intelligenten Textilien im Medizin- und Pflegebereich wird an Textilien für innovative Stromspeichertechnologien gearbeitet und kundenspezifische Entwicklungen von maßgeschneiderten technischen Textilprodukten angeboten. Die waschbare Inkontinenz-Betteinlage ist seit 31. März in Sanitätshäusern und im Texible Onlineshop verfügbar.

Wie gestaltete sich der Umsetzungsprozess und konnten Sie auf hilfreiche Unterstützung bzw. Expertise zurückgreifen?

Fröis: Eine gute Basis für die Produktentwicklung bis hin zur Serienreife boten mir sicherlich meine technische Ausbildung sowie meine Erfahrung als Projektleiter. Bei allen Fragen rund um die Themen der Unternehmensgründung wie Fördermöglichkeiten, Auswahl der Rechtsform oder dem Patentschutz waren dann der Gründerservice der Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Wisto eine große Stütze. Digitalisierung ist übrigens auch bei der Markteinführung essenziell. E-Commerce und Suchmaschinenoptimierung sind Themen, mit denen wir uns aktuell auseinandersetzen.

In welcher Form wird sich unser privates Leben durch Trends wie das Internet der Dinge verändern?

Fröis: Das Internet der Dinge wird meiner Meinung nach unseren zukünftigen Alltag massiv verändern. Fitness-Tracker und Haushaltsgeräte, die via Smartphone App gesteuert werden können, sind vielen bereits ein Begriff. Aber auch bei Textilien, die wir schließlich an unserem Körper tragen, sind neue technische Zusatzfunktionen zu erwarten. Sie werden den Einsatzbereich von textilen Materialien in Zukunft erweitern und verbessern. So wie unsere industriell waschbare Inkontinenz-Betteinlage bereits jetzt den Alltag in Pflegeheimen erleichtert.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.