Gute Stimmung, viele Wünsche

von Hanna Reiner

Zuversicht bei Vorarlberger Industrie. Aber Druck bei Verkaufs­preisen bleibt.

Feldkirch. (VN-reh) Bereits im Februar kündigten die Verantwortlichen der heimischen Industrie an, dass es wieder aufwärts geht. Der positive Ausblick hat sich nun bestätigt. Laut aktueller Konjunkturumfrage der Sparte Industrie und der Industriellenvereinigung Vorarlberg beurteilen die Unternehmen die derzeitige Geschäftslage weitgehend positiv. Erfreulicherweise spricht kein Unternehmen von einer derzeit schlechten Lage. Quer durch alle Branchen ist man zuversichtlich für die kommenden Monate. Besonders gut zeigt sich die Lage dabei in der Maschinen- und Metallindustrie und auch aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der Textilindustrie kommen erfreuliche Signale. Klar im Aufwind befindet sich die Elektro-/Elektronikindustrie. Und auch der Beschäftigtenstand bleibt stabil.

Trotz erfreulicher Aussichten, zufrieden sind die Verantwortlichen noch lange nicht.  Ein Wermutstropfen trübt die gute Stimmung: der große Preisdruck. Eine Entspannung ist hier nicht in Sicht. So rechnet rund ein Drittel der befragten Industrie-Unternehmen aus allen Branchen mit fallenden Verkaufspreisen in den nächsten drei Monaten.

Voller Wunschzettel

Auch Wünsche an die Politik gibt es noch zahlreiche. Besonders die guten Rahmenbedingungen sind es, die die Betriebe im internationalen Wettbewerb benötigen. Dazu gehören weitreichende Reformen. Und hier müsse auch der Staat seine Hausaufgaben machen und „effektiver“ werden, so Michael Amann, Geschäftsführer der Sparte Industrie in der Wirtschaftkammer. „Die aktuelle Entwicklung ist erfreulich, dennoch müssen aus unserer Sicht gerade jetzt die wiederholt geforderten Strukturreformen in den Bereichen Verwaltung, Bildung und Pensionen nachhaltig und konsequent umgesetzt werden, um Handlungsspielraum für die Wirtschaftspolitik zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu verbessern und auszubauen.“

Hohe Abgabenquote

Denn sieht man sich die Fakten an, stößt eines besonders sauer auf: Die Steuer- und Abgabenquote zählt zu den höchsten in der EU. „Eine weitere Anhebung wirkt wachstumshemmend. Stattdessen müssen die Reformen von Investitionen in die Zukunftsbereiche Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Innovation begleitet werden“, betont Amann. Unterstützung können sich die Verantwortlichen von der heimischen Politik erhoffen. Auch wenn Vorarlbergs Politiker nicht für alle Problembereiche vom Gesetz her zuständig sind, ihre Industriefreundlichkeit brachten sie unlängst bei der Präsentation des neu adaptierten Wirtschaftsleitbildes zum Ausdruck: „Oberste Prämisse muss die Sicherung unseres Produktionsstandortes sein, denn ein funktionierender Produktionsstandort Vorarlberg ist die beste Zukunftsvorsorge für das Land.“

Die Industrie braucht attraktive Rahmenbedingungen.

Michael Amann, Sparte Industrie
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.