„Beste Förderung für den Handel ist der Einkauf“

Ein Dorfladen ist wichtig für kleine Gemeinden. Foto: Vol/Schmidt
Ein Dorfladen ist wichtig für kleine Gemeinden. Foto: Vol/Schmidt

„Rettet unsere Dörfer“ ist der Ruf nach einer funktionierenden Infrastruktur in kleinen Gemeinden.

Zwischenwasser. (VN-sca) Der Verein „Dörfliche Lebens­qualität“ lud gestern mit dem dramatischen Titel „Rettet unsere Dörfer“ zu einer Tagung, die neben prominenten Vortragenden auch konkrete Ziele hatte. Nach den Referaten von Ex-EU-Kommisar Franz Fischler, KMU- Forschung-Austria-Direktor Peter Voithofer und dem Leiter des Kompetenzzentrums Soziale Räume an der Fachhochschule St. Gallen, Christian Reutlinger, überlegten sich die rund 50 Teilnehmer, mit welchen Strategien die Infrastruktur in den Gemeinden – und vor allem das „Lädele“ – erhalten werden können.

KMU-Forscher Voithofer belegte mit seinen Untersuchungen eindrücklich, warum die kleinen Lebensmitteleinzelhändler in den Gemeinden immer mehr unter Druck kommen. Die Konzentration in Österreichs Einzelhandel beschränke sich auf ganz wenige Unternehmen, die immer noch expandieren. Die Produktivität steige, so Voithofer, allerdings auf einem bescheidenen Niveau – und darunter haben vor allem die kleinen selbstständigen Händler zu leiden.

Abwärtsspirale am Land

„Sie können einfach nicht mehr mit: Der Umsatz der kleinen Geschäfte beträgt zwischen 300.000 und 500.000 Euro, davon betragen die Lohnkosten rund 40 Prozent. Weit mehr als in den großen Märkten anfallen“, stellt er fest. Die chronische Geldknappheit sorge für eine Abwärtsspirale in allen Bereichen: Renovierungen finden praktisch nicht statt, Innovationen bleiben aus, die Löhne sind niedriger als bei den großen Konkurrenten.

Er rechne, so der Wirtschaftsforscher mit einem weiteren Abwärtstrend und schätzt, dass in den nächsten drei Jahren weitere 18 Prozent der Einzelhändler im ländlichen Raum das Handtuch werfen. Neun Gemeinden in Vorarlberg sind schon jetzt ohne Lebensmittelgeschäft, 46 Gemeinden, so eine ­Untersuchung der Sparte Handel in der Vorarlberger Wirtschaftskammer, haben nur noch ein Lebensmittelgeschäft. Die Kammer kommt in ihrem Papier zum gleichen Schluss: „In dieser Gruppe finden sich zahlreiche Geschäfte am unteren Rand der Rentabilität, die in ihrem Fortbestand akut gefährdet sind.“

Die gestrige Tagung setzte sich zum Ziel, Strategien gegen das Lädelesterben zu finden. Die VN werden über die Ergebnisse berichten. Und was ist die beste Förderung? Ein Teilnehmer: „Wenn man zu uns einkaufen kommt.“

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