Arbeitsmarkt spürt die Konjunktursorgen nicht

Die Aussichten auf dem Vorarlberger Arbeitsmarkt bleiben gut. Foto: VN/Steurer
Die Aussichten auf dem Vorarlberger Arbeitsmarkt bleiben gut. Foto: VN/Steurer

Dynamik in der Indus­trie kühlt ab. Aussichten für Arbeitsmarkt in Vorarlberg dennoch gut.

Wien/Schwarzach. (VN-apa, reh) Die Konjunktur in der österreichischen Industrie stagniert zurzeit merklich. Die Abkühlung hält an und das noch bis mindestens zum zweiten Quartal 2013. Denn erst ab diesem Zeitpunkt sei eine Belebung spürbar, so der aktuelle Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung.

Die trüben Aussichten schlagen sich auch in der Beschäftigung nieder. Konnte bis zum Sommer der Beschäftigtenstand auf hohem Niveau gehalten werden, besonders wegen des herrschenden Fachkräftemangels, wirke sich die Konjunkturschwäche nun erheblich auf die Einstellungsdynamik aus, so ein Ergebnis des IV-Barometers. Lediglich jedes vierzehnte Unternehmen plane demnach seinen Beschäftigtenstand zu erhöhen, jeder dritte Betrieb will Personal abbauen. Diese Einschätzung teilt Vorarlbergs AMS-Chef Anton Strini nicht. Bislang sei eine derartige Entwicklung in Vorarlberg nicht spürbar. „Unsere Unternehmen sind gut damit gefahren, ihre Fachkräfte zu halten, auch wenn es Geld kostet. Denn sie wissen auch, wie schwierig es ist, gutes Personal zu rekrutieren, wenn es wieder aufwärts geht.“ Man habe nach der Krise 2008/09 gesehen, welch riesiger Vorteil es war, entsprechende Fachkräfte im Unternehmen zu haben, als es wieder aufwärts ging. Für Strini zeigt sich die derzeitige Arbeitsmarktlage in Vorarlberg also weitaus weniger pessimistisch. Nichtsdestotrotz werde die Arbeitslosigkeit 2013 weiter steigen. Ein Wirtschaftswachstum von unter zwei Prozent sei zu wenig, um die Arbeitslosigkeit stabil zu halten. Er erwarte sich keine dramatischen Reaktionen seitens der Unternehmen. „Wir in Vorarlberg profitieren natürlich auch davon, dass wir stark mit dem deutschen Markt verwurzelt sind und dieser ist aktuell gut aufgestellt“, so Strini.

Abkühlung der Konjunktur

Dass die überdurchschnittlich starke Verflechtung der heimischen Industrie mit der deutschen sowie der mittel- und osteuropäischen Wirtschaft Österreich bis dato vor einem Abgleiten in die ­Rezession bewahrt, betont auch IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Jedoch bietet das außereuropäische Umfeld in den kommenden Monaten nur geringe Impulse für eine Belebung der Exportnachfrage. Auch die Auftragsbestände nehmen weiter auf ein inzwischen erheblich unter der Normalauslastung liegendes Niveau ab. Dementsprechend gestalten die Betriebe ihre Produktionsplanung in den nächsten Monaten mit Zurückhaltung. Allerdings gebe es auch Lichtblicke: Trotz des verhaltenen Ausblicks hat sich die österreichische Wirtschaft mittlerweile völlig von der Krise 2008/09 erholt.

Es wird in Vorarlberg keine Rationalisierungswelle geben.

Anton Strini
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