Fridays for Future wirft OMV Spionage vor

von Redaktion

Wien Lässt der größte österreichische und teilstaatliche Mineralölkonzern OMV Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace und Fridays for Future überwachen und ausspionieren? Ein Bericht des „Dossier“ legt dies nahe. Laut dem Bericht wie auch den beiden Nichtregierungsorganisationen vorliegenden internen Mails des Öl- und Gaskonzerns wurden Umweltschützer durch internationale Beraterfirmen systematisch überwacht. Vor allem die explizit genannte britische Firma Welund bietet die Überwachung und Analyse potenzieller Bedrohungen durch Aktivistengruppen an.

Greenpeace und Fridays for Future, vertreten durch den Vorarlberger Aaron Wölfling, fordern Aufklärung. Unterstützt werden sie dabei von Vizekanzler Werner Kogler, SPÖ und Neos. Die OMV ist zu 31,5 Prozent im Besitz der Republik. Verwaltet wird deren Anteil von der ÖBAG, die derzeit aufgrund der Chats innerhalb der Volkspartei zur Berufung des ÖBAG-Chef und stellvertretenden OMV-Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Schmid bereits für Diskussionsstoff in der Politik sorgt.

Es gebe „keine dubiose Beauftragung und es gibt auch keine Spionage, sondern korrekte, legale Aufträge, die entsprechend den Gesetzen sowie unseren Compliance-Richtlinien und dem Code of Conduct abgewickelt werden“, betont die OMV gegenüber der APA. Für Wölfling ist dies nicht genug, er fordert von OMV-Vorstandsvorsitzendem Rainer Seele Transparenz. „Wenn diese Verträge wirklich harmlos sind, kann man diese auch veröffentlichen“, erwartet er eine Entkräftigung der Vorwürfe. Da die Vorwürfe auch in internationalen Medien aufgegriffen wurden, sieht er klaren Handlungsbedarf, um Schaden vom Konzern abzuwenden: „Die OMV muss nun handeln.“

Seele hilft es dabei wenig, dass seine Vertragsverlängerung 2022 bereits Anfang der Woche in Frage gestellt wurde. Nach Information des „Spiegels“ wundert man sich im Umfeld des Konzerns derweil, dass das Amt des Vizekanzlers Pressebüro einer NGO spielt. VN-rau

„Wenn die Beraterverträge so harmlos sind, dann kann die OMV sie offenlegen.“

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