Natürliche Schönheit

von Redaktion

Stefanie Lais wagte mitten in der Coronakrise den Schritt in die Selbstständigkeit. VN/JS

THÜRINGEN Ihre Begeisterung für Kosmetik und alles, was dazugehört, ist Stefanie Lais unverkennbar anzumerken. Seit ihrem 13. Lebensjahr stand für die Thüringerin fest, dass sie einmal Kosmetikerin werden möchte. Zwei Jahre darauf begann sie ihre Ausbildung bei Monika Jäger in Rankweil. „Ich hatte das große Glück, von einer absoluten Fachfrau ausgebildet zu werden. Dafür bin ich noch heute sehr dankbar“, erinnert sie sich mit Freude an ihre Ausbildung zurück.

Getreu ihrem Motto „Qualität beginnt mit Verantwortung“ entschloss sich die Kosmetikerin im Vorjahr – mitten in der Coronakrise – dazu, einen in ganz Vorarlberg bislang einzigartigen Weg einzuschlagen. Die 31-Jährige machte sich im November mit ihrem eigenen Kosmetikstudio selbstständig. Das wäre im Grunde nichts Ungewöhnliches, würde sie dabei nicht ausschließlich vegane Produkte verwenden. „Ich war selbst überrascht, dass ich damit die Erste im Land bin. Mir liegt das Tierwohl aber sehr am Herzen, daher verfolge ich diesen Weg konsequent weiter, auch wenn die Produkte teurer sind als vergleichbare Cremen mit tierischen Inhaltsstoffen“, so die Pferde- und Hundeliebhaberin.

Nicht nur, dass die von ihr verwendeten Kosmetika völlig tierversuchsfrei sind. In den von ihr verwendeten Cremen sind auch keinerlei tierische Produkte wie etwa tierische Fette, Fischschuppen, Schneckenextrakt oder ähnliches, die in der Beautyindustrie gang und gäbe sind, enthalten. Fündig wurde Lais dabei ausgerechnet in Österreich. „Es war nicht einfach, an die passenden Produkte zu kommen. Dass meine beiden Hauptbezugsquellen in Österreich sind, war auch für mich überraschend“, sagt sie.

Zwei Drittel weniger Müll

Wer glaubt, dass sich die ambitionierte Jungunternehmerin damit zufriedengibt, irrt jedoch. „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Produkten. Es gibt immer noch Dinge, für die ich bisher keine nachhaltige Alternative gefunden habe“, sagt Lais und nennt etwa ihre Arbeitshandschuhe als Beispiel. „Ich verwende zwar Hafer-Latex-Handschuhe. Ganz weg vom Plastik bin ich damit aber nicht. Das gleiche gilt für bestimmte Schminkprodukte. Die sind zwar vegan, aber leider in Plastikbehältnissen und nicht in Glas“, merkt sie selbstkritisch an. Denn auch die Müllvermeidung spielt bei der Ausrichtung ihrer Geschäfts- und Lebensphilosophie eine zentrale Rolle. „Begonnen hat alles im privaten Bereich“, erzählt Stefanie Lais. „Mit der Geburt meiner Tochter hat bei mir ein intensiver Denkprozess stattgefunden. Ich habe nach Möglichkeiten und Alternativen gesucht und für mich festgestellt, dass ich kein Fleisch mehr essen möchte“, schildert sie. Parallel dazu begann die Oberländerin auch plastikfrei einzukaufen. „Dieser Linie bin ich nun auch in meinem Geschäft treu geblieben“, sagt die Kosmetikfachfrau, die gleichsam auf eine eindrucksvolle Bilanz verwesen kann: „Durch die Verwendung dieser nachhaltigen Produkte fallen etwa zwei Drittel weniger Müll an.“

Kontakt mit Gleichgesinnten

Ihre Behandlungen bietet Lais, seit dies wieder möglich ist, vorübergehend in einer leer stehenden Wohnung in ihrem Privathaus an. In wenigen Wochen sollen dann die in einem Anbau entstehenden neuen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Neben klassischer und medizinischer Gesichtsbehandlung sowie medizinischer Fußpflege kann die Thüringerin auch mit Maniküre und Haarentfernung dienen. „Die Nachfrage ist überraschend groß“, freut sie sich. „Ich war sehr positiv überrascht, wie gut das Konzept ankommt. Es freut mich, dass ich so auch mit noch mehr Gleichgesinnten in Kontakt komme“, kann sie über die ersten Wochen ihrer Selbstständigkeit nur Positives berichten. VN-JS

Zur Person

Stefanie Lais

Geboren 16. Mai 1989

Familie verheiratet, eine Tochter

Beruf Kosmetikerin

Hobbys Reiten, Hund, Bogenschießen

Motto Qualität beginnt mit Verantwortung

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