Pflegende Angehörige müssen sich anstellen

Wer Angehörige betreut, bekommt keine Sonderbehandlung.  vn/lerch

Wer Angehörige betreut, bekommt keine Sonderbehandlung.  vn/lerch

Vorreihung bei Coronaimpfung nur in bestimmten Fällen.

Dornbirn Rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen im Land werden von Angehörigen betreut. Da stellt sich die Frage, welchen Stellenwert diese Personengruppe im Impfplan hat. Die einfache Antwort: Pflegende Angehörige müssen sich wie alle, die unter den Begriff Normalbevölkerung fallen, vormerken lassen. „Sollten sie vom Alter her oder aufgrund einer vorliegenden Erkrankung in eine Risikogruppe fallen, können sie im System vorgereiht werden“, erklärte Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker auf VN-Nachfrage. Diese Priorisierung kann durch den Hausarzt erfolgen. Die Online-Plattform, auf der eine Vormerkung zur Covid-19-Impfung möglich ist, geht, wie berichtet, am kommenden Montag in Betrieb.

Seit zehn Jahren setzt sich der ehrenamtlich tätige Verein „Pflege daheim“ für die Interessen von pflegenden und betreuenden Angehörigen ein. „Unsere persönlichen Erfahrungen in der Pflege helfen uns bei dieser Arbeit sehr“, sagt Obfrau Angelika Hämmerle. Aus ihrer Sicht wäre es „sehr gut“, wenn pflegende Angehörige bei der Coronaimpfung bevorzugt behandelt würden. Noch rennt ihr diesbezüglich aber niemand auf der Suche nach Informationen die Türe ein. „Pflegende Angehörige haben viel Geduld“, weiß Hämmerle.

Impfreste für Mohi-Mitarbeitende

Dafür wurden jetzt Mitarbeitende in der mobilen Pflege im Rahmen einer Aktualisierung des bundesweiten Impfplans in die Phase 1 aufgenommen, weil dort jetzt auch Menschen mit schweren und schweren chronischen Erkrankungen sowie Menschen mit Behinderung zum Zug kommen sollen. Personal, das diese Menschen direkt unterstützt, würde nun ebenfalls in der ersten Phase geimpft, teilte das Gesundheitsministerium aktuell mit. Laut Simone Bemetz-Kochhafen, Geschäftsführerin der ARGE Mobile Hilfdienste, erhalten Mohi-Beschäftigte bereits vereinzelt Impfungen. „Bleiben Impfdosen in einem Pflegeheim übrig, werden unsere dort tätigen Mitarbeitenden mitgeimpft“, erklärt Bemetz-Kochhafen. Das komme täglich vor.

Sie ist froh um diese Möglichkeit, denn eine Impfung bringe den Mohi-Mitarbeitenden auch Sicherheit. Mitarbeitende von Mobilen Hilfsdiensten übernehmen in Pflegeheimen vor allem die Zutrittskontrollen. Sie helfen aber auch im Haus, wenn Pflegepersonal wegen Corona vorübergehend ausfällt. Die Impfbereitschaft bei den Mohi-Mitarbeitern bezeichnet Bemetz-Kochhafen als gut. Sie steige. Hilfreich seien dabei Informationen zur Impfung selbst. VN-MM

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