Hochhäderich im Visier

von Matthias Rauch
Der Hochhäderich ist in dieser Saison ein Vereinsgebiet.  VN

Der Hochhäderich ist in dieser Saison ein Vereinsgebiet.  VN

Die Alpenarena hält an ihren Vereinsplänen fest, die Behörden sind inzwischen Dauergast.

Riefensberg Die Betreiber des Hochhäderichs haben zwei Vereine gegründet und mieten ihr eigenes Hotel und Skigebiet, um am Skiurlaub ganz ohne Mund-Nasen-Schutz, ohne Quarantäne oder Reisebeschränkungen zu forschen, so die Versprechen. Kritiker der Coronamaßnahmen haben Vereine schon länger als „Schutzraum“ für sich entdeckt, die Behörden halten dagegen (die VN berichteten).

Die Vereinspräsidenten, welche auch Eigentümer des Hotels und der Skilifte sind, verteidigen ihre Absichten. Gewinnmaximierung sei nie ihr Ziel gewesen. „Der liebevolle und gesunde Mensch, das natürlich und frei lebende Tier und die Natur der Mutter Erde sind das, was uns wirklich und tatsächlich begeistert“, erklärt Isolde Steurer gegenüber den VN. Dies zeige sich auch daran, dass man in der Funktion der Vereine ehrenamtlich tätig ist. Gratis ist die Teilnahme am Forschungsprojekt jedoch nicht. Vereinsmitglieder erhalten immerhin Rabatt auf Zimmer und Skipass im Vergleich zu den Preisen vor der Vereinstätigkeit.

Behörden wachsam

„Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz hat seit November 2020 wiederholt Kontrollen durch die Exekutive veranlasst und parallel auch durch eigene Organe Überprüfungen durchgeführt“, versichert der zuständige Abteilungsleiter Rainer Honsig-Erlenburg. Auch wenn das Hotel scheinbar keine Gäste beherbergt, gab es doch Missstände. Entsprechende Verfahren sind bei den Behörden anhängig. Am Hochhäderich wirbt man doch auf der Webseite weiterhin für das Forschungsprojekt mit Immunität vor Reisebeschränkungen und Quarantänen. „Die Vereine werden ihr Forschungsprojekt natürlich weiterhin umsetzen, das hat mit dem Gewerbe nichts zu tun und ist komplett unabhängig davon“, bestätigt Steurer. Die BH kündigt bereits weitere Kontrollen an, auch die Finanzpolizei war schon vor Ort.

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und Innenminister Karl Nehammer sind nun auch aufmerksam geworden. Köstinger spricht von nicht akzeptablen Methoden: „Wir werden nicht zulassen, dass durch solche Methoden die Einschränkungen umgangen und die Branche pauschal in Verruf gebracht wird.“ Nehammer will Stärke demonstrieren: „Niemand hat Verständnis dafür, wenn einzelne Unternehmer auf dem Rücken tausender anderer Betriebe die strengen Regeln des Lockdowns nicht einhalten wollen.“

„Die Umgehung des Beherbergungsverbots über Vereine ist nicht akzeptabel.“

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