Heimpersonal bei ­Impfung zögerlich

Das Pflegeheim in Höchst war eines der ersten in Vorarlberg, in dem der Coronaimpfstoff zur Anwendung kam. vlk/serra

Das Pflegeheim in Höchst war eines der ersten in Vorarlberg, in dem der Coronaimpfstoff zur Anwendung kam. vlk/serra

Nur 30 Prozent haben sich bislang für eine Impfung entschieden.

Bregenz Mit Testen und Impfen raus aus der Pandemie: Die immer dringlicher vorgetragenen Appelle des Landes scheinen genau bei jenen auf taube Ohren zu stoßen, bei denen es am wenigsten zu erwarten wäre, nämlich beim Personal in den Pflegeheimen. Laut Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker beträgt die Impfbereitschaft bei den gut 2000 in der Pflege und Betreuung Beschäftigten gerade einmal 30 bis 35 Prozent. Das heißt im Umkehrschluss, dass sich bis zu 70 Prozent der Beschäftigten in Pflegeheimen derzeit nicht gegen Covid-19 impfen lassen wollen, wobei die Teilnahme in den Heimen unterschiedlich hoch ist. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern liegt die Quote bei 80 Prozent.

Im Pressefoyer nach der Regierungssitzung sprach Wiesflecker zwar von einer täglich steigenden Zustimmung, aber auch davon, dass speziell beim Personal noch viel Überzeugungsarbeit notwendig sei. Damit hofft sie, eine Beteiligung von wenigstens 50 Prozent zu schaffen. „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sich impfen zu lassen“, untermauerte sie ihre Erwartungen. Auch in den kommenden Wochen liegt der Schwerpunkt bei den Heimen, weil die dort lebenden alten Menschen besonders sorgfältig gegen die Gefahr von Coronainfektionen geschützt werden müssen, wie Katharina Wiesflecker sagte. Derzeit sind 14 Heime von Infektionen betroffen. Es gibt unter den Bewohnern 30 bestätigte Fälle, acht Erkrankte sind im Spital. Unter den Mitarbeitenden finden sich 34 Infizierte. „Die Zahlen sind zwar rückläufig, aber es geht zu wenig schnell“, räumte Wiesflecker ein.

825 Impfdosen für diese Woche

In dieser Woche wird in 31 Pflegeheimen geimpft. Dafür stehen 825 Impfdosen zur Verfügung. Die in den kommenden zwei Wochen für die restlichen Heime benötigten Mengen an Impfstoff seien ebenfalls zugesagt, erklärte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Bislang erfolgten die Impfungen in sechs von 49 Alten- und Pflegeheimen. Geimpft wurden 789 Personen. Bis Ende Jänner sollen alle Heime durchgeimpft sein. Anfang Dezember wurde von den Heimen ein Bedarf von 6290 Impfdosen gemeldet. Wie viel tatsächlich verimpft wird, lässt sich jedoch erst nach Ende der ersten Impftranche Ende Jänner beziffern. Noch im Jänner werden außerdem die über 80-Jährigen, die nicht in Heimen leben, geimpft.

Vormerkplattform für alle

Landeshauptmann Markus Wallner will beim Testen und Impfen weiter aufs Tempo drücken. Diese Grundstrategien würden jedoch eine hohe Test- und Impfmoral erfordern. Die Impfung wird allerdings frühestens im zweiten Quartal in die Breite gehen können. Die Vorbereitungen dazu laufen aber bereits. Kommende Woche geht eine Vormerkplattform online, wo sich jeder für eine Impfung anmelden kann. Die vorgemerkten Personen werden dann, ja nach Verfügbarkeit des Impfstoffs, direkt über mögliche Impftermine informiert. Ärzte können Personen ebenfalls einmelden und priorisieren. Zusätzlich werden eine Impfhotline (0810/810-601) und sieben weitere Test- bzw. Impfstationen eingerichtet. Eine Vormerkung bedeutet aber nicht automatisch einen Termin. Die Personen werden verständigt, um sich dann definitiv anmelden zu können. „Wir sind vorbereitet, wir warten nur noch auf den Impfstoff“, betonten Rüscher und Wallner. VN-MM

„Wir in Vorarlberg sind vorbereitet, wir warten nur noch auf den Impfstoff.“

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