Den Virusmutanten auf der Spur

Vorarlberg schickt 400 positive PCR-Tests zur AGES.

Feldkirch Haben sich englische, südafrikanische und brasilianische Mutationen des Sars-Cov2-Virus auch schon in Vorarlberg breitgemacht? Diese Frage stellen sich derzeit politisch Verantwortliche und Gesundheitsbehörden gleichermaßen, vor allem nachdem Ausbrüche in einer Tiroler Gemeinde und einem Wiener Pflegeheim bekannt wurden. Die Antwort steht zwar noch aus, Prof. Primar Felix Offner, Leiter des Instituts für Pathologie im Landeskrankenhaus Feldkirch, hofft jedoch, sie bald geben zu können. Gestern, Mittwoch, schickte sein Labor 400 aktuell positiv ausgewertete PCR-Tests zur Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) nach Wien, wo sie auf Wunsch von Offner möglichst schnell sequenziert, das heißt, auf ihre Genetik untersucht werden sollen.

Die Pathologie in Feldkirch würde zwar über ein entsprechendes Gerät verfügen, kann es für die Gensequenzierung von Viren derzeit aber nicht einsetzen. „Wir bekommen bald ein neues Gerät, der Zeitpunkt ist jedoch noch offen. Schon seit Oktober 2020 werden dazu Gespräche mit unseren Industriepartnern geführt“, sagt der Chefpathologe. In anderer Hinsicht kann er Entwarnung geben: „Wir sind nicht ungeschützt. Alle derzeit zirkulierenden Virusvarianten werden durch unsere PCR-Tests erfasst. Es ist nur keine Unterscheidung möglich“, erklärt Felix Offner. Dafür bräuchte es das Gerät mit der sperrigen Bezeichnung „Next generation Gene Sequencer“ (NGS). Dabei handelt es sich um eine verbesserte Technologie zur Sequenzierung von DNA oder auch RNA. Das System arbeitet mit deutlich höheren Geschwindigkeiten. So kann etwa ein komplettes menschliches Genom innerhalb eines Tages offengelegt werden.

Warten auf Gerätetausch

Das Institut in Feldkirch erhielt 2017 ein derartiges Gerät. Es wurde vorrangig für die genetische Charakterisierung von Tumoren eingesetzt. „Es lassen sich damit aber auch genetische Veränderungen bei Infektionsviren nachweisen“, erklärt Felix Offner. Für das alte NGS-System werden allerdings keine Reagenzien mehr entwickelt. Jetzt wartet die Pathologie auf den Gerätetausch. Gleichzeitig sind die Mitarbeiter auch daran, einen spezifischen, auf die Sars-Cov2-Mutanten zugeschnittenen PCR-Test zu entwickeln. Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 ist die Entwicklung eigener PCR-Tests rasch gelungen. Ob es wieder funktioniert, könne noch nicht gesagt werden. Primar Offner zeigt sich jedoch optimistisch. „Das Beste, was wir derzeit tun können ist, die Sicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten und schnell eine hohe Durchimpfungsrate zu erreichen“, sagt er. VN-MM

„Alle derzeit zirkulierenden Virusvarianten werden durch unsere PCR-Tests erfasst.“

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