Schulen droht weitere Schließung

Immer wieder müssen Lehrer ihren Schülern erklären, dass sie nicht in die Schule dürfen. Es geht in dieser Tonart wohl weiter. VN/Sams

Immer wieder müssen Lehrer ihren Schülern erklären, dass sie nicht in die Schule dürfen. Es geht in dieser Tonart wohl weiter. VN/Sams

Wegen mutiertem Coronavirus bleiben Bildungsstätten wohl weiter zu.

SCHWARZACH, WIEN Die Hiobsbotschaften für die Schulen hören einfach nicht auf. Kaum neigt sich eine lange Phase der Schulschließung ohne geregelten Unterricht an den Bildungsstätten dem Ende zu, bahnt sich der nächste Schock an. Laut Zeitungsmeldungen wird die Sperre der Schulen bis Semesterende bundesweit verlängert. Schuld daran ist das in Großbritannien zum ersten Mal festgestellte mutierte Coronavirus, das sich nun auch auf Österreich ausgebreitet hat und viel ansteckender ist als das alte.

Am Dienstag sprach man im Bildungsministerium von einer Entscheidung, die noch nicht gefallen sei. Man würde noch diskutieren, zwischen Gesundheits- und Bildungsinteressen abwägen. Inoffiziell scheint diese Entscheidung bereits gefallen, die Zeitungsmeldungen werden vom Minoritenplatz, dem Sitz des Bildungsministeriums, jedenfalls nicht dementiert. Die Schulen könnten dann bis zum 21. Februar, dem Ende der Semesterferien in Oberösterreich und der Steiermark, zu bleiben.

„Es wäre das ein echter Rückschlag in dieser gesamten Entwicklung, und zwar für jeden und jede, die mit Bildung zu tun haben: für Eltern, Lehrer, aber natürlich vor allem für die Schüler“, reagiert der pädagogische Leiter der Bildungsdirektion, Andreas Kappaurer (59), auf das sich abzeichnende Szenario. Probleme sieht Kappaurer vor allem im Zusammenhang mit der Erstellung der Halbjahreszeugnisse, die für viele Schüler das Eintrittsticket beim Übergang in eine höhere Schulform bedeuten. „Wie das dann gemacht werden soll, wäre eine große Herausforderung.“ Auch weiß der pädagogische Leiter der BID Vorarlberg nicht, ob die Betreuung im Falle schwerwiegender gesundheitlicher Bedenken in dieser Form weitergeführt werden kann. „Das wäre für die Familien eine enorme Belastung.“

Keine Noten?

Genauso sieht das Michael Tagger (57), Obmann der Pflichtschul­elternvertreter. „Es ist das alles ein Wahnsinn. Was wird nur aus diesem Schuljahr?“, wird Tagger emotional. Sollte die Fortsetzung der Schulschließung tatsächlich beschlossen werden, fordert er erneut, die Wiederholung des Schuljahres in Betracht zu ziehen. Die Notengebung sollte aktuell aufgehoben werden, „weil sie unter diesen Umständen nicht objektiv erfolgen kann.“

Einheitliche Semesterferien

Lehrergewerkschafterin Alexandra Loser (45) bezeichnet eine mögliche Fortsetzung der Schulschließung als „Katastrophe“. Die Lehrer würden alles tun, um die Schulen offen halten zu können, müssten aber immer wieder negative Nachrichten schlucken. „Das Ganze wird zermürbend. Für Kinder und Eltern nehmen die psychischen Belastungen kein Ende, speziell die Kinder leiden am sozialen Entzug. Nicht umsonst sind einige Schulen bei der Betreuung von Schülern fast voll.“

Sollte die Schulschließung tatsächlich kommen, fordert die Gewerkschafterin bundesweit einheitlich angesetzte Semesterferien. „Damit es vielleicht danach wieder so schnell wie möglich weitergehen kann“. VN-HK

„Es ist das alles wirklich ein Wahnsinn. Was wird nur aus diesem Schuljahr?“

Drei Monate nicht in der Schule

Bregenz Die Rekordhalter in puncto Abwesenheit vom Präsenzunterricht sind die Oberstufenschüler mit Ausnahme der Maturanten. Schüler der Schulstufen neun bis elf bzw. zwölf werden bis Ende dieser Woche neun Wochen nicht in der Schule gewesen sein. Geht es mit den Schulschließungen weiter, werden diese Lernenden bis Ende der Semesterferien ein Minus von über drei Monaten Präsenzunterricht aufzuweisen haben. Maturanten und andere Abschlussklassen werden bis zum 17. Jänner (ursprünglich vorgesehenes Ende des Schullockdowns) sechseinhalb Wochen, die Volksschüler viereinhalb Wochen nicht im Präsenzunterricht gewesen sein.

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