Weniger Babys im Coronajahr

von Marlies Mohr
Hineingeboren ins neue Jahr: Martha öffnete im LKH Bregenz als erste Vorarlbergerin das Geburtenbuch für 2021. khbg/mathis

Hineingeboren ins neue Jahr: Martha öffnete im LKH Bregenz als erste Vorarlbergerin das Geburtenbuch für 2021. khbg/mathis

Geburtenrate bleibt mit 4196 aber weiterhin deutlich über der 4000er-Marke.

Feldkirch Das Coronajahr 2020 hat in vielen Lebensbereichen tiefe Einschnitte hinterlassen. Selbst die Geburtenzahlen gingen, entgegen vielen Erwartungen, vor der Pandemie in die Knie. Laut den aus den Geburtshilfeabteilungen der Vorarlberger Krankenhäuser vorliegenden Daten kamen dort im vergangenen Jahr 4196 Kinder zur Welt, um 130 weniger als im Jahr davor (4326). 23 Hausgeburten, die bislang bei der ÖGK-Landesstelle abgerechnet wurden, hübschen die Statistik zumindest ein bisschen auf. Die meisten Geburten verzeichnete das Krankenhaus Dornbirn mit 1417, davon waren 13 Zwillingsgeburten, ergibt in Summe 1430 Lebendgeborene. Dahinter folgen die Landeskrankenhäuser Bregenz mit 1173 und Feldkirch mit 1134 Lebendgeborenen.

Mit Ausnahme des LKH Feldkirch schlossen alle Spitäler 2019 mit einem Minus ab. Den größten Rückgang musste das Landeskrankenhaus Bludenz in Kauf nehmen, das während der Hochphase der Coronakrise keine Geburten mehr durchführen konnte. So stehen für 2020 lediglich 459 Lebendgeborene im Geburtenbuch. Mit 20. März waren alle Geburten coronabedingt ausgelagert worden. Die Folge: Im März gab es nur mehr 28, im April gar keine Niederkünfte mehr. 2019 durfte sich Vorarlbergs kleinste Geburtshilfeabteilung noch über 552 Geburten freuen.

Schwächerer Dezember

Entsprechend stärker ausgelastet waren die Geburtshelfer im Landeskrankenhaus Feldkirch, das 2019 noch mit 1044 Lebendgeborenen abschloss, um 90 weniger als 2020. Trotz Rückgang behauptete Bregenz mit 1173 Lebendgeborenen seine Spitzenstellung im Verbund der Landeskrankenhäuser (2019: 1253). Der geburtenstärkste Monat in den Landeskrankenhäusern war der Jänner mit 256 Lebendgeborenen. Dahinter reihen sich Juni und August (252) sowie der Oktober (249) ein. Im Krankenhaus Dornbirn erwies sich ebenfalls der Jänner mit 140 Lebendgeborenen als stärkster Monat. Der Dezember 2020 hingegen bescherte allen Geburtshilfeabteilungen weniger Babys. Im LKH Bregenz brachen die Zahlen auch im November kräftig ein (2019: 108, 2020: 75). Bleibt unter dem Strich ein leichtes Minus, die 4000er-Marke aber weiterhin unangetastet.

Kinderwunsch zurückgestellt

Bereits im Dezember haben die VN über die vorläufige Geburtenbilanz berichtet und den erfahrenen Gynäkologen Hans Concin zu den Gründen der sich abzeichnenden Stagnation befragt. Concin: „Ein Lockdown fördert Nähe. In diesem Fall haben viele Paare ihren Kinderwunsch jedoch aus Sorge wegen Corona bewusst zurückgestellt.“ Persönlich erteilt er einer Familienplanung erst für den Sommer grünes Licht: „Sommer plus neun Monate, dann ist der Spuk vorbei.“

„Für den Sommer würde ich Paaren wieder grünes Licht für die Familienplanung geben.“

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