Erinnerungen festgehalten

Ida Walch ist mit ihrem Leben sehr zufrieden. BI

Ida Walch ist mit ihrem Leben sehr zufrieden. BI

Ida Walch (95) hat ihre Lebensgeschichte zu Papier gebracht.

Lech Ida Walch kann mit fast 95 Jahren auf ein sehr bewegtes Leben zurückblicken. Ihr reichhaltiger Fundus an Lebenserfahrung sollte nicht verloren gehen – das war jedenfalls der Gedanke ihrer Schwiegertochter Nicole Walch – und so folgte die Anregung, doch eine Biografie zu verfassen. „Ich habe meine Erinnerungen zuerst auf einen Schreibblock notiert und anschließend in den Computer übertragen. Das Schreiben fiel mir leicht, denn ich hatte ja keine Eile. Die Handhabung des Laptops war auch kein Problem, denn immerhin hatten wir den ersten Computer in Lech“, erklärt die agile Lecherin. So wie es ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Durchhaltevermögen entspricht, setzte sie ihr Vorhaben konsequent um, im letzten Jahr entstand ihre Biografie „Was ich Dir noch erzählen wollte“.

Es sind berührende Erinnerungen an ein durch Mut und Innovationskraft geprägtes Leben. Ida Walch wurde in Bregenz geboren, ihre Eltern waren Einwanderer aus Südtirol. Nach einer kaufmännischen Lehre im Papierhandel arbeitete sie als Inseratenverkäuferin: „Meine damalige Chefin war Gold wert. Durch sie bin ich zum Reisen gekommen. Ich war beispielsweise bereits 1948 in Monte Carlo und 1950 in Rom. Die Faszination für das Reisen ließ mich nie mehr los.“ So folgten in späteren Jahren Reisen nach Afrika, Asien, Australien und China. Einen Fixpunkt im Jahresgeschehen bildeten auch Familienreisen mit ihrem Mann, den Kindern, Enkelkindern und Urenkeln. Auch nach dem Tod ihres Mannes Vinzenz vor elf Jahren setzte sie diese Tradition weiter fort. „Ich war mit neun Enkeln im Alter von fünf bis 18 Jahren in der Türkei. Das war ein wirklich schöner Urlaub“, erinnert sich die sechsfache Mutter begeistert zurück. Die Familie ist der sympathischen Seniorin das Allerwichtigste: „Alle kommen gut untereinander aus und besuchen sich regelmäßig, das freut mich sehr.“

Liebe ihres Lebens

Ihren Mann Vinzenz lernte sie 1952 auf einem Faschingsball in Oberlech kennen: „Wir haben uns sofort gut verstanden und dann sehr bald geheiratet. Ich zog nach Lech, was ich nie bereut habe. Ich fühle mich sehr wohl hier. Im Laufe der Zeit führten wir neben dem Café Gotthard drei Hotels und das Haus Mirena mit Ferienwohnungen. Die Arbeitsteilung war bei uns ganz klar, Vinzenz war für die Bäckerei zuständig und ich führte das Büro und die Buchhaltung. Wir hatten eine goldene Regel: Wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen, wurde nicht mehr über das Geschäft gesprochen. Wir haben uns immer sehr gut verstanden.“

Der Umzug des Ehepaares Walch nach Stubenbach erfolgte vor dreißig Jahren: „Wir sind in Pension gegangen und haben das Geschäft den Kindern übergeben. Die Entscheidung, in Stubenbach zu bauen, erfolgte ganz bewusst. Ich war immer der Ansicht, dass dies für unser Familienleben besser ist.“ Ihre Tochter Veronika wohnt mit ihrem Lebensgefährten im selben Haus, und auch hier herrscht bestes Einvernehmen.

Spielen und Lesen

Mittlerweile hat Ida Walch einen neuen Lebenspartner, nämlich Rudolf Adlassnig aus Rankweil, mit dem die Familie bereits früher befreundet war. Die Biografie wurde am Lieblingsplatz in der original eingerichteten Walserstube verfasst. Ida Walch ist aber auch sonst nicht langweilig, denn ihre Familie besucht sie häufig, es wird mit den Enkeln gemeinsam gejasst und Backgammon gespielt. Außerdem liest die begeisterte Literaturliebhaberin sehr viel, und ein täglicher Spaziergang gehört ebenfalls zum Alltagsgeschehen. Eine Infektion mit dem Covid-19-Virus hat sie sehr gut überstanden. „Ich habe gute Gene und ich bin ein sehr glücklicher Mensch – insbesondere wegen dem großen Zusammenhalt in der Familie“, fügt sie noch bescheiden an. BI

Zur Person

Ida Walch

Geboren 11. März 1926

Familie verwitwet, 6 Kinder,
13 Enkelkinder, 6 Urenkel

Wohnort Stubenbach

Hobbys Bergwandern, Lesen, Reisen

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