Der E-Impfpass als Bauprojekt

Das Papier soll durch eine digitale Variante ersetzt werden.  APA

Das Papier soll durch eine digitale Variante ersetzt werden.  APA

Mittlerweile steht mehr als nur das Fundament. Tablets spielen beim elektronischen Impfpass eine wichtige Rolle.

Wien Mit dem eleoktronischen Impfpass ist es wie mit einem Haus. Das Fundament steht, das Erdgeschoss ist gebaut und der erste Stock ist fast bezugsfertig. Dieser Metapher bedient sich Franz Leisch, Geschäftsführer der Elektronischen Gesundheitsakte (Elga), wo das Projekt koordiniert wird. Heute, Montag, oder am Dienstag folgt das große Rollout, kündigt er an. Das heißt, der E-Impfpass ist online und bereit. Nun liege es an den Regionen, die Impfstellen anzuschließen. Derzeit wird dort mit von Elga freigegebenen Tablets und einer darauf befindenden App namens „E-Impfdoc“ gearbeitet, berichtet Landesrätin Martina Rüscher (ÖVP). Das heißt, schon jetzt werden alle Coronaimpfungen in den E-Impfpass eingetragen.

Ein Gesamtsystem

Der E-Impfpass als Wort ist verwirrend, gesteht Elga-Geschäftsführer Leisch. Es handle sich um ein Gesamtsystem von Komponenten. Die rechtliche Grundlage wurde im Oktober beschlossen. Sie erlaubt die Verarbeitung der Impfdaten. In Niederösterreich, Steiermark und Wien wurde der Pass daraufhin getestet. „Jetzt gehen wir direkt von der Politphase in den österreichweiten Rollout.“

Das nationale Impfregister ist das Kernstück des Passes. Dort werden alle Impfungen eingetragen und auf einem zentralen Server in Wien gespeichert. Wäre der E-Impfpass ein Haus, wären Server und Register Fundament und Erdgeschoss. Mit dem Update am Montag ist der erste Stock fertiggestellt. Damit ist es möglich, dass alle Praxen, die am E-Card-System hängen, über eine Weboberfläche Impfungen registrieren oder ändern und den E-Impfpass eines Patienten abrufen können. „Jedes Spital, das an Elga hängt, bekommt eine eigene Portallösung.“ Für alle anderen Einrichtungen wie Impfzentren und Pflegeheime wird ein Tablet mit spezieller App benötigt. „Wir haben im November und Dezember 1000 Tablets bestellt, die nach einem Schlüssel auf die Bundesländer verteilt werden“, sagt Leisch.

Vorarlberg hat heuer mit drei Tablets das Impfen begonnen, acht weitere kamen vergangene Woche an. „In Folge wurden uns für jede weitere Woche mindestens acht Tablets zugesichert“, erklärt Landesrätin Rüscher. Sie hofft allerdings, das bis Ende Jänner 100 Stück zur Verfügung stehen. Schon jetzt wird laut Rüscher jede Impfung eingetragen. Vorarlbergs Spitäler werden die hauseigene Software verwenden. Rüscher hofft, dass bald eine Schnittstelle eingerichtet wird. Nachtragen sei aber auch problemlos möglich, erklärt Elga-Geschäftsführer Leisch.

Bürger-App

Im Laufe des März rechnet Leisch mit dem nächsten Schritt, nämlich mit der Fertigstellung des zweiten Stocks. Er umfasst die Möglichkeit, den Impfpass zu integrieren. Arztpraxen sollen Impfungen nicht mehr über eine eigene Weboberfläche eintragen müssen, sondern das auch in der gewohnten Umgebung des e-Card-Systems durchführen können.

Geschoss Nummer drei rundet das Projekt ab. Dabei handelt es sich um eine Bürger-App, die bereits in Auftrag gegeben ist, erklärt Leisch. Bis zu ihrer Fertigstellung können die Daten über das Elga-Portal gesundheit.gv.at mit Handysignatur abgerufen werden. Abmelden kann man sich vom E-Impfpass nicht. So ist es möglich, die Rate der Durchimpfung genau zu erfassen. Das gilt nicht nur für die Coronaimpfung, sondern auch für andere künftige Impfungen, erklärt Leisch.

Der Vorarlberger Ärztekammerpräsident Michael Jonas betont, dass der E-Impfpass im Sinne der Prävention von großer Bedeutung sei. „Was wir in der Praxis mit Impfpässen erleben, ist ein Trauerspiel. Jeder verliert ihn, keiner weiß, wann welche Impfung war, und jetzt gibt es endlich die Möglichkeit, das digital zu speichern und abzurufen.“ Das sei auch für die nötigen Erinnerungen von Impfauffrischungen wichtig. VN-ebi, mip

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