Die Corona-Leiden des Elmar Luger

von Klaus Hämmerle
Jetzt kann er wieder lachen: Elmar Luger aus Dornbirn war einer der ersten Vorarlberger, die schwer an Covid -19 erkrankten - jetzt appelliert er an die Test- und Impfmoral. VN/PAULITSCh

Jetzt kann er wieder lachen: Elmar Luger aus Dornbirn war einer der ersten Vorarlberger, die schwer an Covid -19 erkrankten - jetzt appelliert er an die Test- und Impfmoral. VN/PAULITSCh

Der Dornbirner war einer der ersten Schwerkranken im Land.

DORNBIRN Elmar Luger (51) hat kein gutes Jahr 2020 hinter sich. Er sitzt am Küchentisch und lässt sein eingegipstes Bein auf einem Stuhl ruhen. „Das passierte am 12. Dezember. Ein Radunfall. Unterschenkel gebrochen, alle Bänder ab. Noch bis Ende Jänner habe ich diesen Liegegips.“

2020 startete für ihn bereits mit Unheil. „Da brach ich mir eine Zehe.“ Doch nicht nur der Anfang und das Ende von 2020 mochten den zweifachen Familienvater nicht, das „Zwischendrin“ entpuppte sich für ihn zu einem speziellen Horror. Da erkrankte Elmar Luger als praktisch erster Vorarlberger schwer an Covid-19. Bis heute hat er sich davon nicht vollständig erholt.

Als alles begann

„Es begann am 12. März vergangenes Jahr. Ich bekam Fieber, verlor den Geschmackssinn, hatte Kopf- und Gliederschmerzen. Freilich dachte ich da nicht an Corona. Da gab’s in Österreich ja erst ein paar Infektionen. Das war noch gar nicht im Bewusstsein“, berichtet Luger. Er ging zu seinem Hausarzt. Der diagnostizierte einen grippalen Infekt, verschrieb Medikamente. Nützte alles nichts. Auch nicht die später verabreichten Antibiotika. Im Gegenteil. Das Fieber wurde höher, der Patient schwächer. „Erst als ich mich zur gerade eingerichteten Infektionsstation begab und dort genau untersucht wurde, ergab sich der Verdacht auf Covid-19.“ „Du bist einer der Ersten mit dieser Geschichte“, sagte ihm der Arzt.

Ab ging’s mit dem Dornbirner nach Hohenems. Dort wurde der Verdacht Gewissheit. „Man brachte mich auf die Coronastation. Dort sah ich plötzlich nur noch Marsmännchen“, beschreibt Luger seine Kontakte mit dem Schutzkleidung tragenden Krankenhauspersonal. Es ging ihm schlecht. „Ich brauchte Sauerstoff, musste intensiv behandelt werden. Man hat sich aufopferungsvoll um mich bemüht“, dankt er noch heute Ärzten und Pflegern. Als Elmar Luger am 25. März endlich wieder nach Hause durfte, war zwar das Schlimmste vorüber, aber er noch lange nicht der Alte. „Ich war völlig erschöpft, musste schon am Nachmittag immer schlafen, konnte noch einige Zeit nicht arbeiten. Und als ich wieder die Arbeit aufnahm, hat mich das ungemein angestrengt.“

Corona hatte letztlich auch seine Frau und seinen neben ihm wohnenden Vater – freilich mit leichten Symptomen – erwischt. Ein Antikörpertest in Bregenz wies schließlich auch die jüngere Tochter als frühere Covid-19-Infizierte aus.

Zäsur im Leben

Luger wird jene schweren Tage und Wochen nie mehr vergessen. „Die Krankheit hat nicht nur meinen Körper angegriffen, sondern auch die Psyche. Am schlimmsten war die Ungewissheit, bis endlich klar war, was mit mir los ist.“

Der Hobbysportler hat durch Corona eine Zäsur in seinem Leben erfahren. Die Lungenfunktion ist immer noch nicht bei 100 Prozent, obwohl er mit seinem lädierten Bein derzeit ohnehin keinen Sport betreiben kann. Was Elmar Luger sehr wohl kann und vor allem will: „Ich möchte allen sagen: Bitte passt auf, unterschätzt dieses Virus nicht und haltet die bekannten Regeln ein. Es kann einen schlimm erwischen. Nehmt das Angebot für Tests und Impfungen, sobald diese verfügbar sind, an. Ich hätte mir das alles gerne erspart.“

„Am schlimmsten war die Ungewissheit, bis ich endlich wusste, was mit mir los war.“

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