Bundesländer verteilen nun den Impfstoff

Heime bestellen nicht mehr direkt beim Bund.

Schwarzach Mitte des vergangenen Jahres dämpfte die Wissenschaft noch die Erwartungen: Mit einem Impfstoff sei erst im Laufe des Jahres 2021 zu rechnen, wenn nicht später. Doch die Wissenschaft war schneller, und nun kann es nicht schnell genug gehen. Nach Kritik am Start der Corona-Impfungen in Österreich haben sich die Bundesregierung und die Landesregierungen darauf geeinigt, dass Länder das Impfen selbst koordinieren sollen. Vorarlberg sei dafür gut aufgestellt, betonen die Verantwortlichen. So sehr, dass man innerhalb einer Woche alle durchgeimpft haben könnte, wäre nur genug Impfstoff vorhanden.

Bisher bestellen Pflegeeinrichtungen und Spitalsträger Impfstoffe direkt bei der Bundesbeschaffungsagentur (BBG). Die Bundesländer haben erst danach erfahren, wer wie viel bestellt hat, erläutert Vorarlbergs Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Zukünftig soll es so laufen, dass die Bundesregierung den Ländern einmal pro Woche meldet, wie viel Impfstoff ihnen zusteht. Die Länder können die Impfflaschen abrufen und verteilen. Rüscher hat von dieser Einigung zwar aus den Medien erfahren, aber sie freut sich: „Länder haben den besseren Einblick in die Gegebenheiten vor Ort.“ Details müssten noch geklärt werden.

Jetzt gehe es darum, rasch an Impfstoff zu kommen. Die Logistik wäre kein Problem, wie Vorarlbergs Ärztekammerpräsident Michael Jonas betont. „Wäre der Impfstoff in entsprechender Menge vorhanden, könnten wir alle in Vorarlberg, die geimpft werden wollen, binnen einer Woche durchimpfen.“

Aus fünf mach sechs

Seit Freitag steht 20 Prozent mehr Impfstoff zur Verfügung. Ärzte dürfen sechs statt wie bisher fünf Dosen aus einer Ampulle des Impfstoffs von Biontech und Pfizer entnehmen, bestätigte die EU-Arzneimittel-Agentur EMA. Mit 1000 Fläschchen Impfstoff können also 6000 statt 5000 Menschen geimpft werden. Es sei bisher immer etwas übrig geblieben, berichtet die Gesundheitslandesrätin.

Jede Impfung wird in den elektronischen Impfpass eingetragen. Laut Gesundheitsministerium sind bis Freitag österreichweit 30.150 Covid-19-Impfstoffe ausgeliefert worden. Für die kommende Woche ist die Auslieferung von 64.525 Impfdosen vorgesehen. Die meisten Menschen wurden bisher in Niederösterreich geimpft (9505), in Vorarlberg sind es 5525. Bei der BBG sind 86.780 Impfdosen bestellt worden. Vorarlberg hat einen Bedarf an 8490 Dosen gemeldet.

Unter den Geimpften befinden sich auch Menschen, die bereits an Covid-19 erkrankt waren. Das dürfte so bleiben, sagt Rüscher: „Momentan sagen die wissenschaftlichen Berater, dass man keine Ausnahmen für bereits Erkrankte machen soll. Aber wir fragen uns, wie man mit verpflichtenden Tests umgehen soll.“ Müsste eine Pflegekraft zweimal pro Woche getestet werden, obwohl sie geimpft ist? „Das diskutieren wir gerade. Da braucht es eine bundesweite Lösung.“ VN-ebi, mip

„Die Bundesländer haben den besseren Einblick in die Gegebenheiten vor Ort.“

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