Mehr Zweitwohnsitze trotz Abgabe

Die Kontrolle der Zweitwohnsitze und deren Meldung ist Sache der Gemeinde. VN

Die Kontrolle der Zweitwohnsitze und deren Meldung ist Sache der Gemeinde. VN

Mehr Gemeinden setzen auf eine Zweitwohnsitzabgabe. Deren Erfolge scheinen begrenzt.

SCHWARZACH Hard entschloss sich, künftig die Eigentümer von Ferienwohnungen zur Kasse zu bitten. Möglich wird dies durch die Zweitwohnsitzabgabe an die Gemeinde, ins Leben gerufen vom Vorarlberger Landtag mit 1. Jänner 1998. Hard springt damit relativ spät auf den Zug auf – jedoch verzichten etwa zwei Drittel der Vorarlberger Gemeinden auf diese Abgabe, die meisten davon im Ballungsraum Rheintal.

Zwar ist nicht jeder Zweitwohnsitz auch ein Ferienhaus, es gibt aber auffallende Ballungen. 2019 waren etwa 13 Prozent der in Vorarlberg angemeldeten Wohnsitze Zweitwohnsitze. Zehn Jahre zuvor waren es noch unter zehn Prozent. Die Treiber sind hier vor allem die Tourismusregionen: Die zehn Gemeinden mit dem größten Anteil an Zweitwohnsitzen liegen alle in den bedeutenden Wintertourismusregionen Vorarlbergs – und weisen teils extreme Zuwachsraten in den vergangenen zehn Jahren auf. Dabei hebt jede der Gemeinden besagte Abgabe ein, teilweise seit Jahren.

» Auf Platz zehn lag im Jahr 2019 Dalaas. 16,7 Prozent der angemeldeten Wohnsitze waren Zweitwohnsitze – beinahe eine Verdoppelung zu 2009. Seit einem Jahr hebt die Gemeinde ebenfalls die Zweitwohnsitzabgabe ein. Diese liegt bei 12 Euro pro Quadratmeter bis maximal 1463,58 Euro.

» Auf Platz neun mit 17,4 Prozent liegt St. Gallenkirch. Vor zehn Jahren war der Anteil der Zweitwohnsitze noch sechs Prozent geringer.

» Platz acht: Bürserberg. Hier verdoppelte sich der Anteil der Zweitwohnsitze seit 2009 auf 18,6 Prozent.

» Gaschurn sicherte sich Platz sieben mit 20,3 Prozent der gemeldeten Wohnsitze als Zweitwohnsitze. 2009 waren es noch 13,6 Prozent.

» Rang sechs der Gemeinden mit den meisten Zweitwohnsitzen sicherte sich das Kleinwalsertal. Mittelberg hatte 2009 bereits 17,1 Prozent Zweitwohnsitze, 2019 waren es 21,1 Prozent.

» Damüls hatte in den letzten zehn Jahren den stärksten Zuwachs: Aus 11,1 Prozent Zweitwohnsitze 2009 wurden bis 2019 28,5 Prozent. Die Zahl der Wohnsitze wuchs in diesem Zeitraum um knapp 70 Wohnsitzmeldungen.

» Auf Rang vier findet sich Klösterle. 32,1 Prozent der knapp 1000 Wohnsitzmeldungen waren Zweitwohnsitze. 2009 waren es mit 33,2 Prozent noch mehr, die Zahl der Wohnsitze lag damals noch bei 1093 Personen.

» In Brand sind 32,9 Prozent der Wohnsitze Zweitwohnsitze. 2009 waren es noch 23,1 Prozent – was damals immerhin noch für Platz vier langte.

» Warth-Schröcken hatte 2019 44,4 Prozent Zweitwohnsitze, kann aber eine Spitzenplatzierung für sich beanspruchen: Wäre Schröcken eine eigene Gemeinde, hätte sie den stärksten Zuwachs von 2009 auf 2019 mit 18,67 Prozent (von 16,91 auf 35,58 Prozent).

» Einsamer Spitzenreiter ist Lech. Zwei von drei gemeldeten Wohnsitzen in der Arlberggemeinde sind Zweitwohnsitze. 2009 waren es mit 61,3 Prozent noch gut sieben Prozentpunkte weniger.

Insgesamt ging der Anteil der Zweitwohnsitze an allen gemeldeten Wohnsitzen nur in wenigen Gemeinden zurück: Bürs, Klösterle, Langen bei Bregenz, Raggal und Zwischenwasser. Den stärksten Rückgang hatte Raggal mit 2,5 Prozent. Vorarlbergweit stieg der Anteil der Zweitwohnsitze seit 2009 von 9,6 auf 13,6 Prozent.

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