Die gute Seele

Jürgen Köck (hier mit Lars Nussbaumer) sorgt auch in der Bundesliga-Rückrunde wieder dafür, dass die Altacher Spieler optimal regenerieren können.  Verein

Jürgen Köck (hier mit Lars Nussbaumer) sorgt auch in der Bundesliga-Rückrunde wieder dafür, dass die Altacher Spieler optimal regenerieren können.  Verein

Jürgen Köck kümmert sich beim SCR Altach nicht nur um die Muskulatur der Spieler.

Altach Wenn ab morgen die Spieler des SCR Altach wieder im Training stehen, werden nach und nach auch wieder erste Wehwehchen auftauchen und die ersten Muskeln beleidigt sein. Dann wird auch Jürgen Köck wieder stark benötigt. Denn der 41-jährige Hohenemser ist seit fünf Jahren beim Bundesligisten als Masseur tätig. 

Kein „normaler“ Masseurjob

„Bei einem Bundesligisten arbeiten zu können ist natürlich schon ein Traum“, weiß Köck. Bereits zuvor war er neben seinem Beruf – Köck ist gelernter Pflasterer – beim VfB Hohenems, im Eishockey sowie bei den Blue Devils als Masseur und Betreuer tätig. Fußball hat er in der Jugend zwar auch selber gespielt, doch auf dem Eis gefiel es ihm dann doch besser. Auch heute spielt er noch selber in einer Hobbymannschaft – wenn es die Zeit zulässt. Als er 2016 dann das Angebot bekam, bei Altach den vakanten Posten als Masseur zu übernehmen, musste er aber nicht lange überlegen. Den Wechsel sollte er nicht bereuen, denn: „Das ist kein normaler Masseurjob, wo du deine neun Stunden runtermassierst und dann nach Hause gehst.“ Taping, Getränke, Apothekengänge, Bestellungen, Buchhaltung, Tagesabfragen mit den Spielern – der zweifache Familienvater schätzt die Abwechslung seiner Arbeit. Und durch die Covid-Pandemie deckt er sogar noch mehr Bereiche ab. So misst er bei den Spielern jeden Tag die Körpertemperatur, hilft zudem bei den PCR- und Antigentests mit. Dafür absolvierte er extra eine Ausbildung. Arbeitsintensiver sei sein Beruf durch Corona zwar geworden, ansonsten aber habe sich nicht allzu viel verändert. Mit der Hygiene sei er sowieso schon immer genau gewesen. „Man passt jetzt vielleicht einfach generell etwas mehr auf – auch im Privatleben. Ich will ja schließlich nichts in die Mannschaft schleppen.“ Auch die Zahl der Behandlungen sei durch Corona nicht größer geworden – obgleich der Spielplan wesentlich dichter war. „In einer englischen Woche ist das Training weniger intensiv – das hebt sich dann auf.“ Generell komme jeder Spieler zumindest einmal pro Woche dran. Doch nicht jeder möge die Behandlungen gleich gern, meint er lachend. „Manchen taugt das, manchen nicht so. Die haben lieber Behandlungen mit Strom oder die Lymphhose.“ Da sei eben jeder anders. Mit der Eröffnung des SCRA-Campus hätten sich die Bedingungen jedenfalls noch einmal professionalisiert. „Wenn man weiß, wo wir vorher waren, ist die Arbeit jetzt hervorragend. Infrarotsauna, Kälte- und Wärmebecken, der neue Kraftraum – das ist schon ein schöner Luxus.“ 

Vertrauensperson der Spieler

Jürgen Köck sieht sich als Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainerteam. Was bedeutet, dass bei ihm sehr viel auf einer Vertrauensbasis beruht. „Klar, wichtige Dinge wird der Trainer von mir erfahren. Aber anderes behalte ich natürlich für mich. Das weiß er aber auch“, verrät Köck. „Ich bin so etwas wie die gute Seele, das kann man schon so sagen. Wenn ein Spieler mich um elf Uhr in der Nacht anruft, nehme ich ab. Und wenn jemand etwas braucht, fahre ich nach Altach.“ Durch seinen Job würden sich dadurch auch Freundschaften ergeben, die außerhalb des Berufslebens Bestand haben. Mit Ex-Altachern wie Andreas Lienhart (TSV Hartberg) und seiner Familie sei der Kontakt nach wie vor super, ebenso mit Andreas Lukse (1. FC Nürnberg). „Die Spieler schreiben dir auch nach wie vor zum Geburtstag – das vergessen die nicht.“ FB

Zur Person

Jürgen Köck

Der 41-jährige Hohenemser ist schon seit fünf Jahren im Betreuerteam des Vorarlberger Bundesligisten als Masseur tätig. 

Geboren 11. Dezember 1979

Wohnort Hohenems

Beruf Masseur beim Cashpoint SCR Altach

Familie Verheiratet, zwei Kinder

Hobbies Eishockey, Fußball, Familie

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