„Grüßen Sie mir Vorarlberg!“

von Marlies Mohr
Leo Matzneller zeigt allen und mit Humor, dass er Covid überlebt hat.  matzneller

Leo Matzneller zeigt allen und mit Humor, dass er Covid überlebt hat.  matzneller

Im LKH Feldkirch fand der Südtiroler Covidpatient Leo Matzneller ein Intensivbett.

Feldkirch, Meran „Ich bin froh, dass ich noch lebe und Weihnachten mit meiner Familie feiern darf.“ In den Worten von Leo Matzneller schwingt tiefe Dankbarkeit mit, denn es hätte auch anders kommen können. Im März erkrankte der 76-jährige Südtiroler schwer an Covid-19. Es war die Zeit, in der sich die Intensivstationen in Italien so schnell füllten, dass es bald keine freien Betten mehr gab und die Verzweiflung darüber immer größere Ausmaße annahm. Die Situation traf auch Leo Matzneller. Als Rettung erwies sich der Transfer in ein ausländisches Krankenhaus. Gemeinsam mit zwei anderen Covidpatienten wurde Matzneller ins Landeskrankenhaus Feldkirch überstellt, wo er vom 26. März bis 7. Mai auf der Intensivstation lag. Insgesamt hielt Covid-19 den Pensionisten mehr als vier Monate im Würgegriff. Ganz hergestellt ist der begeisterte Hobbysportler immer noch nicht, aber zufrieden mit dem, was er bisher schon geschafft hat.

Dramatische Diagnose

Das Datum, an dem alles begann, hat sich ins Gedächtnis des Meraners eingebrannt. „Am 7. März war ich mit meiner Familie beim Langlaufen. Da muss sich jemand mit dem Coronavirus angsteckt haben“, erzählt er. Zwei Tage später traten bei ihm die ersten Symptome auf. Müdigkeit, Gliederschmerzen, ein bisschen Fieber, jedoch zu wenig, um in der Notaufnahme des Krankenhauses getestet zu werden. Dann stieg das Fieber rasch auf über 38 Grad, die Sauerstoffsättigung im Blut sank rapide. Der schließlich doch im Spital durchgeführte Covidtest brachte nicht nur ein positives Ergebnis, sondern auch eine dramatische Diagnose: doppelseitige Lungenentzündung. Matzneller fand sich auf der Intensivstation wieder. Nach ein paar Tagen war die allerdings voll. Patienten mit noch schwereren Covid-19-Verläufen benötigten die Betten. „Mein Zustand war damals relativ stabil, und ich war transportfähig“, schildert Leo Matzneller.

Hilfe im Ausland gesucht

Zuerst ging es aber ins Spital nach Brixen, wo der Platz auf der Intensivstation jedoch ebenfalls schnell knapp wurde. Im ganzen Land füllten sich die Intensivbetten schneller als leere zur Verfügung gestellt werden konnten. Blieb nur noch eines: Hilfe im Ausland suchen. In Vorarlberg fand der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher bei seinem Amtskollegen Markus Wallner sofort Gehör, vor allem jedoch verfügbare Intensivkapazitäten. Das LKH Feldkirch nahm sich der Covidpatienten aus Südtirol an. Zweimal musste Leo Matzneller während seines Aufenthalts intubiert werden. Die letzte Krise kostete ihn fast das Leben. Den Kontakt nach Vorarlberg hielt sein Sohn Peter, der selbst Arzt ist. „Es war eine schwierige Situation für meine Familie“, sagt Leo Matzneller im Rückblick. Zwei Wochen nach dem Rückfall konnte er endlich aus dem Tiefschlaf geholt und ein paar Tage später wieder in seine Heimatstadt Meran überstellt werden.

An seine Zeit auf der Intensivstation im LKH Feldkirch ist Leo Matzneller nur wenig in Erinnerung geblieben. Zu dem Wenigen zählt die, wie er betont, gute Betreuung, die ihm Lebensmut und Auftrieb gegeben und ihn stets positiv gestimmt habe. Weihnachten wird für ihn und seine Familie jedenfalls ein besonderes Fest. Seine Bitte zum Abschluss des Gesprächs: „Grüßen Sie mir Vorarlberg. Nach der Krise möchte ich mal vorbeikommen.“

<p class="caption">Wochenlang gab es für Leo Matzneller nichts anderes als Intensivstationen, doch sie retteten ihm letztlich das Leben. khbg</p>

Wochenlang gab es für Leo Matzneller nichts anderes als Intensivstationen, doch sie retteten ihm letztlich das Leben. khbg

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