Diese kostbare Buchmalerei haben die Hände eines unbekannten Meisters 1312 im Skriptorium des Klosters Katharinen­tal bei Diessenhofen auf Pergament verewigt. Das Graduale enthält Chorgesänge aus dem Gregorianischen Choral. Es repräsentiert eines der wichtigsten Kunstwerke der Gotik in der Schweiz. Vermutlich wurde es in der Region um den Bodensee illuminiert. Es enthält u.a. mehr als 80 Fleuronné-Initialen, also Buchschmuck aus stilisierten Blättern, Ranken, Knospen oder Dornen, die am Textrand emporwachsen. Besonders reich verziert stellt der Buchstabe „P“ die Anbetung der Hirten dar. „Puer natus est nobis …“ – mit diesem Lied beginnt die frühe Kirche den ersten Weihnachtstag: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Auf seinen Schultern ruht die Herrschaft; man nennt ihn: Bote des großen Rates.“ Das uralte Buch wurde bis im 19. Jahrhundert im Konvent benutzt; gegen 1820 hat es ein Antiquar in Konstanz erstanden. Nach 1860 gehörte es den englischen Sammlern Sir William Amherst of Hackney und Sir Charles Dyson Perrins. Schließlich hat die Schweizerischen Eidgenossenschaft die Handschrift mit der Unterstützung der Gottfried-Keller-Stiftung und des Kantons Thurgau gekauft. Heute liegt das Original in Zürich im Schweizerischen Nationalmuseum, eine Kopie davon ziert den Barocksaal der Mehrerauer Bibliothek. T. Matt

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