Trotz Pandemie ein Zuhause schaffen

Heimbewohner benötigen in Krisenzeiten viel Zuwendung. vn/paulitsch

Heimbewohner benötigen in Krisenzeiten viel Zuwendung. vn/paulitsch

Auch für die Alten- und Pflegeheime geht ein sehr herausforderndes Jahr zu Ende.

Alberschwende Nicht nur für die Krankenhäuser, sondern auch für Alten- und Pflegeheime geht ein intensives, von der Coronapandemie geprägtes Jahr zu Ende. „Die Situation in den Heimen war und ist noch immer sehr herausfordernd“, bestätigt Ursula Fischer, Obfrau des Landesverbands der Heim- und Pflegeleitungen. Mit vereinten Kräften, hoher Professionalität und menschlicher Zuwendung seien die Anforderungen jedoch zu bewältigen. Fischer räumt im VN-Gespräch ein, dass Bewohner, Mitarbeitende oder Angehörige im Einzelfall durchaus an Grenzen kommen können. „Das bedeutet nicht, dass derzeit generell keine gute und sichere Versorgung der uns anvertrauten Menschen mehr möglich ist“, betont Fischer. Erklärend fügt sie an: „Unsere Bewohner gehören zur Hochrisikogruppe, und es ist unsere Aufgabe, bestmöglich präventiv zu arbeiten. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es aber nicht, weder in den Pflegeheimen noch in Spitälern oder sonstigen Einrichtungen.“

An den Grenzen der Belastung

Grundsätzlich steht in den stationären Langzeitpflegeeinrichtungen der Erhalt der Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner im Vordergrund. „Pflegeheime sind ein Zuhause, und so wollen wir auch das Leben darin gestalten“, merkt Ursula Fischer an. Diese Bemühungen werden derzeit allerdings von der Coronakrise massiv beeinträchtigt. Wie in vielen Bereichen der Gesellschaft sind auch in Heimen Maßnahmen erforderlich, die alle Beteiligten belasten. „Trotz aller Vorgaben, Verordnungen und Leitlinien gilt es eine den Umständen entsprechende Lebensqualität zu ermöglichen“, sagt Fischer. Dazu gehört etwa, eine Vereinsamung der Bewohner zu verhindern. Alles das zu bewerkstelligen verlangt den Mitarbeitenden enorm Kraft ab. „Die Länge dieser Pandemie bringt Kolleginnen und Kollegen an die Grenzen der Belastung“, weiß Fischer, „und dennoch erlebe ich auf sehr vielen Ebenen einen verantwortungsvollen Umgang, ein würdevolles Begleiten insbesondere auch in palliativen Situationen, in denen Angehörige sehr wohl dabei sein können“, stellt sie klar. Es gelte immer, gemeinsam Lösungen zu suchen und zu finden.

Masken und Tests alternativlos

Was das Thema Schutzmaßnahmen, Testungen und Impfen angeht, hat Ursula Fischer ebenfalls eine klare Meinung: „Es geht um das Verhindern einer Infektion und darum, die Verbreitung des Virus zu minimieren.“ Da seien Masken ebenso wie Testungen für den Moment alternativlos. „Würden wir keine Masken tragen, würden wir Bewohner und uns selbst einem hohen Risiko aussetzen, und das will keiner.“ Von den politisch Verantwortlichen wünscht sich Fischer mehr Mut zur Klarheit. „In den Heimen sind manche Covidregelungen und -maßnahmen zum Teil zu wenig genau definiert, was hin und wieder zu Verwirrung und Konflikten führt“, begründet sie. Ebenso wäre es ihrer Ansicht nach wichtig, den Stellenwert von Pflegeberufen insgesamt höher zu bewerten, „weil Pflege ein schöner, aber herausfordernder Beruf ist, mit und ohne Pandemie“. VN-MM

„Heimbewohner sind eine Hochrisikogruppe. Es ist unsere Aufgabe, präventiv zu arbeiten.“

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