Menschenrechte für alle

Eine moderne Herbergsuche als Performance in der Altstadt von Bludenz. BI

Eine moderne Herbergsuche als Performance in der Altstadt von Bludenz. BI

Humanity Memorial Group machte auf die Situation von flüchtenden Menschen aufmerksam.

BLUDENZ „Unsere Gruppe heißt seit dem 7. Oktober Humanity Memorial Group, denn an diesem Tag lehnte der Vorarlberger Landtag die Aufnahme von Geflüchteten aus dem griechischen Flüchtlingslager ab“, erklärte Christa Engstler, Mitglied des Teams, am vergangenen Samstag anlässlich einer eindrücklichen Performance in der Altstadt von Bludenz. Erklärtes Ziel dieser Aktion war es, die tragische Situation der Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufzuzeigen und eine Auflösung dieser Lager anzustreben. „In Form einer Performance von Brigitte Walk und Andreas Postner mit Zelten, Krippen und Eseln aktualisieren wir das vorweihnachtliche Geschehen in aller Rauheit und ohne Weihnachtskitsch. Die systematische Erniedrigung der Geflüchteten wird thematisiert“, führte Engstler weiter aus. Im Vorfeld wurden die Bürgermeister des Bezirks Bludenz zu einer Stellungnahme eingeladen. Jürgen Kuster, Bürgermeister von Schruns, Mario Leiter, Vizebürgermeister von Bludenz sowie Tatjana Tschabrun und Jürgen Schacherl von der Gemeindevertretung in Bürs waren vor Ort. Sie alle betonten die Wichtigkeit, ein Zeichen von Menschlichkeit angesichts der traurigen Umstände zu setzen und lobten das Engagement der Humanity Memorial Group. „Die Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln sind erschütternd und menschenunwürdig. Sie entbehren jeglicher Form von Menschenwürde“, betonte Andrea Steurer, die die Aktion moderierte. Nicht nur die Menschen in den Lagern seien hilflos, auch diejenigen, die helfen wollen, fühlen sich angesichts der dramatischen Zustände hilflos. Eine große Videoleinwand visualisierte zudem Eindrücke der Welt, die für die gestrandeten Menschen auf Lesbos Alltag ist.

Bilder des Schreckens

„Ich wünsche mir eine Welt, in der Demokratie und Menschenrechte wirklich von allen geachtet werden“, fügte Andrea Steurer hinzu. Neben schönen Krippenbildern wurden aktuelle Bilder des Schreckens aus den griechischen Lagern in Form von Ton- und Bildsequenzen einander gegenübergestellt. Diese Bilder gewannen durch das neu erlassene Fotografie-Verbot im Lager Kara Tepe noch mehr an Bedeutung und Eindringlichkeit. „Wir wollen ein Zeichen der Solidarität setzen. Es darf nicht zu einer Untergrabung der Menschenrechte kommen. Diese gelten für alle!“ sagte auch Jürgen Schacherl mit Nachdruck. BI

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