Ergotherapie auf Kasse

An dieses Logo haben sich die ehemaligen Versicherten der Vorarlberger Gebietskrankenkasse inzwischen wohl schon gewöhnt. vn/stiplovsek

An dieses Logo haben sich die ehemaligen Versicherten der Vorarlberger Gebietskrankenkasse inzwischen wohl schon gewöhnt. vn/stiplovsek

ÖGK-Landesstelle Vorarlberg zieht nach dem ersten Jahr eine positive Bilanz.

dornbirn Zuerst viele Befürchtungen, die lautstark artikuliert wurden, dann die Coronakrise: Den Start in eine neue Versicherungsära hätten sich die Verantwortlichen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) wohl weniger turbulent gewünscht. Die Bilanz nach dem ersten Jahr fällt dennoch positiv aus, auch in Vorarlberg, wo sich die Sozialpartner bekanntlich mit Händen und Füßen gegen die Fusionierung wehrten. Manfred Brunner als Arbeitnehmervertreter bedauert zwar noch immer, dass das Geld der Vorarlberger Versicherten jetzt in Wien verwaltet wird und eine Entscheidungsfindung zuweilen mühsam sei, aber: „Im Wesentlichen hat alles funktioniert.

Warten auf Bundesgeld

Jürgen Kessler von der Arbeitgeberseite bemerkt kryptisch: „Die Damoklesschwerter sind nicht gefallen.“ Er hebt das gute Einvernehmen zwischen den Kurien hervor, das sich an den Beschlüssen zeige. „Alle Maßnahmen wurden einstimmig genehmigt.“ Wermutstropfen: Der ÖGK fehlen coronabedingt 194 Millionen Euro.

Laut Kessler wäre es ein Gebot der Stunde, wenn die Verhandlungen mit dem Bund über einen Ausgleich endlich zum Ziel führen würden, denn: „Die Leistungen laufen ja unvermindert weiter.“ Insgesamt verwaltet die ÖGK 15,3 Milliarden Euro. Aus Vorarlberg flossen 689 Millionen Euro in den Gesamttopf. Länderbudgets gibt es keine mehr, wer etwas will, muss in Wien anstehen. Manfred Brunner spricht von einer Herausforderung, mit der man aber gelernt habe, umzugehen. So konnte mit dem neuen Prostatafrüherkennungsprogramm das erste Innovationsprojekt auf den Weg gebracht werden, und auch die Möglichkeit, Teilstellen im niedergelassenen Bereich an Spitalsärzte zu vergeben wird laut Brunner von Wien akzeptiert.

Zehn Kassenstellen geplant

Weiters gibt es im kommenden Jahr 7500 zusätzliche Stunden für nichtärztliche Psychotherapie (die VN berichteten bereits). Bisher lag das Kontingent bei rund 30.000 Stunden. Dafür fließen 500.000 Euro ins Land. Gänzlich neu ist, dass ab 2021 Ergotherapeuten einen Kassenvertrag erhalten können. Derzeit gibt es nur einen Kostenzuschuss zu Behandlungen. Vorgesehen sind bis zu 10 Kassenstellen.

Die Umsetzung der Primärversorgungseinheiten wird ebenfalls vorangetrieben. „Da liegen wir im Zeitplan“, bestätigt Jürgen Kessler. Auch die Möglichkeit, Teilverträge im niedergelassenen Bereich zu vergeben, will er forcieren. Damit soll es gelingen, offene Kassenstellen leichter zu besetzen. „Unter dem Strich war es trotz Corona ein gutes Jahr“, resümiert Kessler zufrieden, um dann noch anzufügen: „Wenn beide Kurien zusammenarbeiten, sind Verbesserungen im Sinne der Versicherten möglich.“ Den bisherigen Verlauf sieht Jürgen Kessler als ein gutes Omen für die Zukunft. Am 1. Jänner 2021 übernimmt er wieder den Vorsitz in der ÖGK-Landesstelle. VN-MM

„Die Damoklesschwerter sind nicht gefallen. Alle Beschlüsse erfolgten einstimmig.“

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