Rotkreuz-Urgestein

Letzter Dienst für Gabl in der Rotkreuzabteilung Bludenz/St. Gallenkirch/Sonntag. RK

Letzter Dienst für Gabl in der Rotkreuzabteilung Bludenz/St. Gallenkirch/Sonntag. RK

Walter Gabl hat nach 50 Jahren seinen letzten Dienst angetreten.

Bludenz Walter Gabl hat viel zu erzählen, sehr viel sogar. Schließlich blickt er auf eine 50-jährige aktive Tätigkeit im Rettungsdienst als Sanitäter beim Roten Kreuz zurück. Es war der 6. November 1970, an dem der heute 68-Jährige seinen ersten Dienst angetreten ist. An diesen Tag erinnert er sich noch, als wäre es gestern gewesen: „Ich war 17 Jahre alt und wurde gleich bei meinem ersten Dienst zu einem schweren Bahnunglück und danach zu einer Geburt gerufen. Nach diesen zwei Einsätzen meinte der damalige Kommandant zu mir: dich kann man gebrauchen, du kannst bleiben“, erzählt der Bludenzer mit einem Schmunzeln.

Doch beim Rettungsdienst alleine blieb es nicht. 1976 absolvierte er die Ausbildung zum Erste-Hilfe-Ausbildner, zehn Jahres später folgte jene zum Lehrsanitäter. Seit 2000 ist er zudem Mitglied des Kriseninterventionsteams (KIT).

Das Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, liegt bei Walter Gabl wie es scheint in der Familie. „Mein Opa und mein Vater waren schon beim Roten Kreuz tätig, schließlich auch meine Tochter, mein Schweigersohn und mein Enkel, der gerade seinen Zivildienst beim Roten Kreuz absolviert hat“, zählt er stolz auf.

In den vergangenen 50 Jahren wurde Gabl, der bis zu seiner Pensionierung als Bankangestellter in der Sparkasse Bludenz gearbeitet hatte, zu rund 5000 Einsätzen gerufen, darunter waren 600 Sonntagseinsätze. Drei Jahrzehnte lang war er im Bereitschaftsdienst. „Für mich war das ein optimaler Ausgleich zu meinem Beruf. Ohne die Unterstützung meiner Frau Gerti, die ich vor 47 Jahren kennengelernt habe, wäre das aber nicht möglich gewesen“, zeigt er sich dankbar und gerät beim Erzählen auch ins Schmunzeln: „Gerti hat mich oft geweckt, wenn ich gut geschlafen habe, und mir mein Auto aus der Garage gefahren, damit ich schnell wegkomme.“

Die Zeit als Rettungssanitäter beschreibt der Oberländer als überaus erfüllend. „Es gibt nichts Schöneres, als Menschen zu helfen und ihre Dankbarkeit zu ernten. Das gibt einem einfach wahnsinnig viel zurück. Außerdem konnte ich mein Wissen in dieser Zeit auch an viele andere weitergeben.“ Dem 68-Jährigen ist es ein Anliegen, auch junge Menschen dazu zu animieren, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Das kann ich nur jedem empfehlen, weil es eine unglaublich wertvolle Erfahrung ist und man dort für sein Leben lernt.“

„Keine Langeweile“

Der Dienstantritt am 8. November 2020 wird Walter Gabl noch lange in Erinnerung behalten, denn da stieg er zum letzten Mal in den Rettungswagen. „Mein letzter Einsatz war ein Coronatransport von Feldkirch nach Bludenz“, berichtet er. Kommandant Achim Dünser und die Dienstmannschaft überreichten ihm zum Abschied ein kleines Dankeschön und bedankten sich für seinen unermüdlichen Einsatz.

Ganz ohne Ehrenamt geht es bei Walter Gabl aber auch in der Pension nicht, denn bis heute engagiert er sich beim Kriseninterventionsteam. „Langeweile kommt bei mir ohnehin nicht so schnell auf“, unterstreicht der Bludenzer, der seine Freizeit gerne mit seiner Frau in den Bergen verbringt.

„Und jetzt nehme ich mir am Morgen auch eine Stunde lang Zeit, gemeinsam mit Gerti die VN zu lesen und das Kreuzworträtsel zu lösen.“ VN-TAS

„Ich wurde an meinem ersten Tag zu einem Bahnunglück und zu einer Geburt gerufen.“

Zur Person

Walter Gabl

blickt auf 50-jährige aktive Tätigkeit beim Roten Kreuz zurück

Geboren 1952 in Bludenz

Wohnort Bludenz

Laufbahn war bis zu seiner Pensionierung Bankansgestellter in der Sparkasse Bludenz, 50 Jahre lang beim Roten Kreuz, beim KIT tätig

Familie verheiratet mit Gerti, zwei Kinder

Hobbys Wandern, Schneeschuhwandern, Natur etc.

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