Mordermittler am Küchentisch

Das Spiel beinhaltet auch digitale Elemente.  

Das Spiel beinhaltet auch digitale Elemente.  

Detektivspiel erobert Vorarlberg. Die zweite Auflage ist bereits in Arbeit.

Dornbirn Sobald das Kuvert geöffnet ist, steckt man schon mitten drinnen. Ein Exekutionsbescheid, aha! Da hatte wohl jemand finanzielle Probleme! Aber was hat es mit der Demonstration gegen das Jagen von Tieren auf sich? Enthält die Postkarte von Enkelin Lena zwischen den Zeilen vielleicht doch mehr Informationen als einen bloßen Gruß aus dem Teneriffa-Urlaub? Warum wurde die Zeichnungsberechtigung von David Luger und Elisabeth Luger vom Konto entfernt? Und wo, verdammt noch mal, ist das fehlende Messer aus dem Messerblock? „Ehemalige Ermittler haben uns geschrieben, dass es ihnen vorkommt, als wären sie in ihre Berufsjahre zurückversetzt worden, weil es sich so authentisch anfühle“, erzählt der Wolfurter Harald Geiger (33), seines Zeichens Inhaber des Secret Room Dornbirn.

Seit Sommer 2017 können im Secret Room in der Bahnhofstraße 3 in Dornbirn anhand von Gegenständen und Hinweisen Rätsel gelöst werden. Mittlerweile gibt es auch ein Spiel für zuhause. „Mord in der Villa Dornbirn“ ist während des ersten Lockdowns entstanden. „Statt uns zu langweilen, haben wir uns entschieden 16 Stunden Tage zu machen“, merkt Geiger mit einem Schmunzeln an.

Papier und online

Es geht um Lügen, Intrigen und Mord. Auftrag der zwei bis sechs Spieler ist es, den Fall zu lösen. Dafür gibt es eine Fallakte. Außerdem benötigt man eine Internetverbindung, eine E-Mail-Adresse, ein Handy oder einen Computer und Schreibzeug. „Wir haben Papier und online miteinander vereint. Man muss sich beispielsweise in einen Polizeiserver einloggen oder im Internet recherchieren“, ergänzt Vanessa Dietrich (32). Neben einem vierköpfigen Secret-Room-Team war bei der Spielentwicklung auch ein echter Ermittler mit an Bord. Norbert Schwendinger, pensionierter Chef der Mordkommission beim Landeskriminalamt Vorarlberg, lieferte nämlich den fachlichen Input. „Alles, was drinnen ist, wurde geprüft und könnte genauso passiert sein“, unterstreicht der Secret-Room-Inhaber.

Die Umstände muten zunächst äußerst mysteriös an. Der Großindustrielle Robert Luger wird tot in seinem Arbeitszimmer gefunden. In einer letzten Videobotschaft, die die Polizei bei den Unterlagen am Schreibtisch entdeckt, macht er deutlich, dass er nicht mehr sicher ist. Mordalarm! Vor dem Druck wurde das Spiel mit 20 Gruppen getestet. Das Verpacken, das per Hand erfolgte, entwickelte sich für den einen oder anderen sogar zur Zerreißprobe. „In der Fallakte befindet sich ein zerrissener Brief. Jemand musste also 2500 Briefe zerreißen“, berichtet Vanessa Dietrich von Sarahs engagiertem Einsatz.

Da die erste Auflage von 2500 Stück bald vergriffen ist, wird bereits fleißig nachproduziert. Auch eine Fortsetzung könnte es früher oder später geben. „Ein paar Ideen haben wir schon. Wir sind auch schon ein paar Dinge am Klären“, verrät Harald Geiger. vn-ger

<p class="caption">Harald Geiger und Vanessa Dietrich vom Secret Room Dornbirn mit den Unterlagen aus der Fallakte.  VN/Paulitsch</p>

Harald Geiger und Vanessa Dietrich vom Secret Room Dornbirn mit den Unterlagen aus der Fallakte.  VN/Paulitsch

„Statt uns zu langweilen, haben wir uns entschieden, 16-Stunden-Tage zu machen.“

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