Massentest weist wenig neue Infektionen nach

Am Freitag und Samstag waren 1200 Tester des Roten Kreuzes im Einsatz. Am Sonntag wurde die Zahl auf 600 reduziert.  VN/Stiplovsek

Am Freitag und Samstag waren 1200 Tester des Roten Kreuzes im Einsatz. Am Sonntag wurde die Zahl auf 600 reduziert.  VN/Stiplovsek

476 positiv getestet. PCR-Test bestätigt 80-85 Prozent der Fälle.

Bregenz 80 Teststationen mit einer Gesamtkapazität von 240.000 Tests hat die Landesregierung für den dreitägigen Corona-Massentest aufbauen lassen. 105.268 Vorarlberger sind dem Aufruf gefolgt und haben sich einem Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus unterzogen. Bei 0,45 Prozent, also 476 Personen, wurde das Virus nachgewiesen. Jeder positive Fall wurde mit einem PCR-Test nachgeprüft. Die Freitagszahlen zeigen: Von den 476 positiv Getesteten könnten 15 bis 20 Prozent doch negativ sein.

Trotz geringer Beteiligung ist die Landesregierung zufrieden. Landeshauptmann Markus Wallner spricht von einer guten Basis, um im kommenden Jahr weiterarbeiten zu können. Der zuständige Landesrat Christian Gantner verweist auf Tirol und Wien. Im Vergleich könne man zufrieden sein. Landesrettungskommandant Werner Meisinger sieht es positiv: „Wir freuen uns an denen, die kommen, und jammern nicht denen nach, die nicht gekommen sind.“

Alle 476 positiv Getesteten sind am selben Tag zu einem PCR-Test angetreten, um den Antigentest zu überprüfen. Vom Freitag liegen bereits Ergebnisse vor, wie Gantner berichtet. Demnach hat der PCR-Test 146 der 175 positiven Tests bestätigt. Das ergibt eine Trefferquote von 83,43 Prozent. „Dieser Trend zeigt sich auch am Samstag und Sonntag“, erläutert Gantner. Weitere Ergebnisse werden heute, Montag, präsentiert.

Mit dem Testwochenende sei ein ordentlicher Schritt in der Pandemiebekämpfung gemacht worden, der im Jänner fortgesetzt wird, ist Wallner überzeugt. „Der Massentest war der Beginn eines Projekts, nicht das Ende.“ Testen und Impfen statt Lockdown laute die Strategie im neuen Jahr. Ob sie aufgeht, hänge von der Akzeptanz der Bevölkerung ab. Wallner ortet gerade bei jüngeren Leuten und Personen mit Migrationshintergrund fehlendes Verständnis: „Der Zusammenhang, dass es um Gesundheit und Arbeitsplätze geht, muss stärker kommuniziert werden.“ Details zu den Teilnehmerzahlen sollen laut Gantner ebenfalls heute präsentiert werden.

Ergebnis nicht gleich Dunkelziffer

Das Ergebnis sei deshalb nicht gleichzusetzen mit der Dunkelziffer, betont Gesundheitsexperte Armin Fidler. Die Tests seien zu wenig repräsentativ gewesen, weil nicht alle Bevölkerungsgruppen mitgemacht haben. Er geht von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Die falsch-positiven Ergebnisse seien zu erwarten gewesen, da die allgemeine Bevölkerung ohne Symptome getestet wurde, fährt er fort. „Es handelt sich um kein Qualitätsproblem bei Antigentests.“

Das Wochenende war ein Kraftakt. 100 VKW-Mitarbeiter betrieben eine Woche lang die Telefon-Hotline für die Anmeldungen. 116 Soldaten sorgten für die Logistik. Hunderte Gemeindemitarbeiter, Sanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Gantner lobt: „Ein Dankeschön an alle Beteiligten.“ Wallner dankt ebenfalls. Das System habe durch die Helfer reibungslos funktioniert. Und Meisinger ist überzeugt: „Es war ein ausgezeichneter Testlauf für weitere Flächentests.“ Weitere Tests haben laut Armin Fidler das Potenzial, die Pandemie einzudämmen und das epidemische Geschehen zum Erliegen zu bringen. VN-mm, mip

„Jeder der nun positiv Getesteten könnte pro Tag zehn andere anstecken.“

„Das Wochenende war ein ausgezeichneter Testlauf für weitere Flächentests.“

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