Skigebiete kämpfen für Mindeststandards

von Klaus Hämmerle
Daria will auch heuer ihre Ski schultern und die Pisten unsicher machen. Verzichten muss sie vorläufig aufs Einkehren.  VN/Stiplovsek

Daria will auch heuer ihre Ski schultern und die Pisten unsicher machen. Verzichten muss sie vorläufig aufs Einkehren.  VN/Stiplovsek

Aufwärmräume, Klos, Imbisse zum Mitnehmen: Die bescheidenen Wünsche der Skigebiete zum Saisonstart.

SChwarzach Modernste Anlagen, breit gefächertes gastronomisches Angebot an der Piste und abseits davon, Unterkünfte für alle Bedürfnisse: Die Skigebiete Vorarlbergs gehören zu den am besten ausgestatteten der Welt. Doch Corona macht sie jetzt bescheiden.

Statt die frische Pizza in der gemütlichen Einkehrstube am Gipfel würde es nun auch ein gekochter Schübling zum Mitnehmen tun, statt der geräumigen, wohlig warmen Gastwirtschaft mit feiner Sitzgelegenheit ein kahler Raum zum Aufwärmen. Und schön auch, wenn gut verteilt im Skigebiet das eine oder andere Klo offen hätte.

So schaut der gewünschte Saisonstart der Verantwortlichen heuer aus.

Nicht alle wollten öffnen

„Tatsächlich müssen wir uns mit solchen Dingen beschäftigen“, räumt Klaus Huber (47), Geschäftsführer von Ski Arlberg Pool West, ein. Geschlossene Gastronomie und Hotellerie im Edelskigebiet drücken den Komfort enorm. „Für uns ist das besonders bitter, weil wir ja nicht unbedingt von den Tagesgästen leben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man kleine Imbisse auf den Pisten verkaufen darf. Man muss diese laut Vorschrift ja im Abstand von mindestens 50 Metern von der Verkaufsstelle verzehren. Wie soll das alles gehen?

Laut Michael Manhart, Chef der Skilifte Lech, werde man in Lech lediglich im Bereich Schlegelkopf, Petersboden und Kriegerhorn  Aufstiegshilfen bereitstellen. Weil man statt der sonst 14.000 Skifahrer nur mit einer Frequenz von maximal 3000 Wintersportlern rechne.

3000 Saisonkarten verkauft

Vor große Herausforderung gestellt sieht man sich auch beim größten Skigebiet im Montafon, der Silvretta Montafon. „Wir werden alles versuchen, um wenigstens noch ein paar Erleichterungen gewährt zu bekommen. Dazu zählen Take-away-Snacks und Räume zum Aufwärmen“, berichtet Geschäftsführer Peter Marko (57). Überlegt wird bei der Silvretta Montafon auch noch, eventuell die Tarifgestaltung den bis zum 10. Jänner dauernden Einschränkungen anzupassen.

Verkauft wurden im Montafon bisher rund 3000 Saisonkarten, die auch im Brandnertal gelten. „Das ist ein Fünftel des Vorjahres“, sagt Marko.

Auch „Kleine“ sperren auf

Bei den 3-Täler-Pass-Verantwortlichen im Bregenzerwald wird derzeit noch an einem Konzept gebastelt, wie man im Fall von coronabedingten Schließungen die Saisonkartenbesitzer entschädigen will. Kommende Woche soll das Konzept bekannt gegeben werden. Grundsätzlich sind die Herausforderungen unter den schwierigen Bedingungen dieselben wie in den anderen Skigebieten des Landes. Wie viele Saisonkarten bisher verkauft wurden, wollte Geschäftsführer Markus Simma nicht verraten.

Auch kleinere Skigebiete rüsten trotz der widrigen Umstände für die Skisaison. „Wenn Schnee liegt, wird der Betrieb in Schuttannen am 24. Dezember aufgenommen“, erklärt der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger (51) auf VN-Anfrage.

In der Gemeinde Übersaxen gibt es die gleiche Antwort. Der Skilift Gröllerkopf fahre, wenn es die Schneelage erlaubt. Auch Furx sperrt auf jeden Fall auf, wie Bürgermeister Jürgen Bachmann erklärt. „Die Betriebsanlagen sind alle vorbereitet. Die letzten Schritte bei der technischen Instandhaltung werden gerade gemacht.“ Die Seilbahnbetreiber in Faschina sind ebenso motiviert. Man stehe in den Startlöchern: „Es ist immer eine Erleichterung, wenn die Fahrbetriebsmittel nicht geschlossen sind“, erklärt Betriebsleiter Gerold Konzett.

<p class="caption">Pulverschnee und Sonnenschein. Davon träumen alle Skifahrer. Die heurige Saison beginnt coronabedingt unter nie gekannten Umständen.  Ludwig Berchtold</p>

Pulverschnee und Sonnenschein. Davon träumen alle Skifahrer. Die heurige Saison beginnt coronabedingt unter nie gekannten Umständen.  Ludwig Berchtold

„Wir haben bisher 3000 Saisonkarten verkauft. Das ist ein Fünftel des Vorjahres.“

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