Vorbereitung für ­Coronaimpfung läuft

Nach dem Krankenhaus geht das Leiden für Covidpatienten oft weiter. khbg

Nach dem Krankenhaus geht das Leiden für Covidpatienten oft weiter. khbg

Bedarfserhebungen in Pflegeheimen und bei mobilen Diensten.

Dornbirn Während sich das Land für die Massentests am kommenden Wochenende rüstet, laufen im Hintergrund auch bereits die Vorbereitungen für eine Coronaimpfung im Jänner. Das Impfkonzept des Landes umfasst bekanntermaßen mehrere Stufen. In der ersten Phase sollen, ein Impfstoff vorausgesetzt, Menschen in Alten- und Pflegeheimen, Risikopersonen sowie Gesundheitspersonal geimpft werden. Um gerüstet zu sein, haben Bedarfserhebungen begonnen.

Frage der Durchführung

Die Abfrage betrifft die mobilen Dienste sowie Pflegeheime und Krankenhäuser. „Wir wollen früh genug wissen, wie hoch die Akzeptanz für eine Impfung ist“, erklärte Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher auf VN-Anfrage. Ob ein Impfstoff tatsächlich schon ab Jänner zur Verfügung steht? Darauf wollte sich Grabher nicht festlegen: „Wir planen, warten und hoffen.“ Dieser Tage erhielten die Hauskrankenpflegevereine und Mobilen Hilfsdienste eine E-Mail, in der um Antwort auf die Frage, wer sich gegebenenfalls impfen lässt, gebeten wurde. Die Rückmeldungen erwartet Angela Jäger, Geschäftsführerin des Hauskrankenpflegeverbandes, bis Mitte kommender Woche. In der Hauskrankenpflege betrifft es rund 320 Mitarbeitende, bei den Mobilen Hilfsdiensten sind es gut 2000 Helferinnen und Helfer, die Auskunft über ihre Impfbereitschaft geben sollen. „Das muss sorgfältig und deshalb jetzt schon vorbereitet werden“, sagt Jäger.

In den Pflegeheimen läuft ebenfalls eine Bedarfsabfrage. Dort arbeiten rund 2000 Personen im Pflege- und Betreuungsbereich sowie rund 1000 in anderen Bereichen wie Reinigung, Küche und Verwaltung. Dazu kommen die Bewohner, für die unter Umständen eine Bewilligung von Angehörigen eingeholt werden muss. Ungeklärt ist laut Wolfgang Grabher, wer die Impfung in den Pflegeheimen durchführt. Er geht jedoch davon aus, dass es zu einer Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten kommt. Immer noch ein Thema ist auch der augenscheinliche Mangel an Grippeimpfstoff. Der vom Land angekaufte Impfstoff für Personen über 65 kam inzwischen in den Pflegeheimen zum Einsatz. Die übriggebliebenen 1500 Dosen werden derzeit an niedergelassene Ärzte, die Bedarf angemeldet haben, ausgeliefert. Fälle von echter Grippe gibt es offenbar noch nicht. Aus den Spitälern seien bislang keine Patientenmeldungen gekommen, sagt Grabher.

Dort müssen weiterhin vorwiegend Covidpatienten behandelt werden. Oberarzt Wolfgang List, Koordinator für alle Intensivbetten, kann aber von einer „gewissen Stabilisierung“ sprechen. „Jedes Krankenhaus hat wieder ein bisschen Luft“, bestätigt er, räumt aber gleichzeitig ein, dass es viele Todesfälle gegeben habe. Auch Nicht-Covidpatienten sorgten in den vergangenen Wochen für eine starke Belegung von Intensivbetten. So wurden etwa über das Wochenende bis zu 16 der 18 für Nicht-Covidpatienten reservierten Betten benötigt. Dass speziell in der Coronahochphase weniger Nicht-Covidpatienten eine intensivmedizinische Behandlung benötigten, bezeichnet List als glücklichen Zufall.

Hirnverletzung und Herzinfarkt

Bei den Nicht-Covidpatienten handelte es sich vor allem um solche aus der Neurochirurgie, bei denen Hirnverletzungen und Hirnblutungen vorlagen. Auch Patienten mit Herzinfarkten und nach Notfalleingriffen galt es zu betreuen. Von Kollateralschäden will Wolfgang List nichts hören. „Jeder Patient, der ein Intensivbett braucht, bekommt es.“ Die Auslastung von Intensivstationen erfolgt wellenartig und liegt zwischen 60 und 90 Prozent. Von daher sei die derzeitige Belegung mit Nicht-Covidpatienten nichts Ungewöhnliches. VN-MM

„Wir wollen früh genug wissen, wie hoch die Akzeptanz für eine Impfung ist.“

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