Corona bedroht auch Silvesterfeuerwerk

Ich verstehe, dass Silvesterfeiern im großen Rahmen nicht möglich sein werden. Aber im privaten Umfeld sollte es schon möglich bleiben, es ist ja nur einmal im Jahr. Vanessa Nussbaumer, 19, Dornbirn

Ich verstehe, dass Silvesterfeiern im großen Rahmen nicht möglich sein werden. Aber im privaten Umfeld sollte es schon möglich bleiben, es ist ja nur einmal im Jahr. Vanessa Nussbaumer, 19, Dornbirn

Mit Blick auf die Krankenhäuser steht das Feuerwerk zur Debatte.

HOHENEMS In den Niederlanden findet heuer kein Silvesterfeuerwerk statt. Die Behörden fürchten, die Krankenhäuser könnten durch die Pandemie und die durch Silvesterfeuerwerk verletzten Personen überlastet werden und verbieten Feuerwerke. In Österreich verletzen sich jedes Jahr an Silvester an die 200 Personen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, erhob das Kuratorium für Verkehrssicherheit.

In Österreich ist man die Debatte um ein Verbot von Feuerwerken gewohnt, auch wenn man in anderen Jahren mit dem Umweltschutz argumentiert hat. „Wir bieten plastikfreies und geräuscharmes Feuerwerk an“, zeigt Markus Jochum (40) von Fire-Events in Hohenems auf. Außerdem sei das gesamte Angebot CO2-neutral, da man entsprechend Aufforstungsprogramme unterstützt. Gegen Corona helfen diese Innovationen und Angebote wenig.

Kein Umsatz und keine Hilfen

Fire-Events ist neben dem Einzelverkauf auch als Großhändler und Importeur tätig, führt Großfeuerwerke bei Veranstaltungen in ganz Europa durch. „Normalerweise haben wir an die 50 Feuerwerke im Jahr, heuer haben wir seit März kein einziges geschossen“, erklärt Jochum. Hier kosten nicht nur die Umsatzeinbußen Geld: Feuerwerk muss im Jänner bestellt und im Voraus gezahlt werden. Bei einem Jahresbedarf als Veranstalter und Großhändler von an die 250 Tonnen keine Kleinigkeit. Auf Lockdownhilfen kann die Branche nicht hoffen, das Hauptgeschäft sei auf Silvester hin und nicht im November. Der Absatz verschiebe sich nicht, entweder werde zu Silvester gekauft oder gar nicht. Eine prekäre Situation.

Das Land Vorarlberg empfiehlt den Gemeinden, keine Silvesterveranstaltungen abzuhalten. So gibt es kein Kinderfeuerwerk in Dornbirn. „Da kommen zwischen 800 und 1000 Besucher, das können wir heuer nicht verantworten“, erklärt Herbert Kaufmann von Dornbirn Tourismus. Feuerwerk ist grundsätzlich ganzjährig verboten, in „normalen“ Jahren erteilen die Bürgermeister für Silvester aber meist eine Ausnahmegenehmigung. „Wir unterstützen die Maßnahmen bezüglich Großveranstaltungen. Die tun weh, sind aber verständlich“, betont Jochum. Weniger gilt dies für das Feuerwerk im Familienkreis. „Silvester hat viel mit Emotion und Zuversicht zu tun“, betont Jochum. Viele könnten diesen Abschluss 2020 gut gebrauchen. VN-RAU

<p class="infozeile">Wegen mir bräuchte es Silvester auch in allen anderen Jahren nicht, allein schon aus Rücksicht auf die Tiere. Ich kann gut darauf verzichten. Egon Schachner, 61, Dornbirn</p>

Wegen mir bräuchte es Silvester auch in allen anderen Jahren nicht, allein schon aus Rücksicht auf die Tiere. Ich kann gut darauf verzichten. Egon Schachner, 61, Dornbirn

<p class="infozeile">Silvesterfeiern ohne große Menschenansammlungen wären für mich vertretbar. Feuerwerk an Silvester macht schließlich auch Spaß, wenn man dabei auf die Sicherheit achtet. Anastasia El Bissar, 29, Dornbirn</p>

Silvesterfeiern ohne große Menschenansammlungen wären für mich vertretbar. Feuerwerk an Silvester macht schließlich auch Spaß, wenn man dabei auf die Sicherheit achtet. Anastasia El Bissar, 29, Dornbirn

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.