Hinter den Kulissen. Politik, Personen und Parteien

Von weißen Westen und Fußstapfen

Hielt offenbar Beschwerdeflut stand: Lechs Altbürgermeister Muxel. VN

Hielt offenbar Beschwerdeflut stand: Lechs Altbürgermeister Muxel. VN

Rehabilitation Während beinahe drei Jahrzehnten an der Spitze einer Gemeinde können es Bürgermeister nicht allen recht machen. Das liegt in der Natur der Sache. So auch in Lech am Arlberg, wo Ludwig Muxel (65) über 27 Jahre hinweg die Geschicke der Tourismusgemeinde geführt hat und bei den jüngsten Gemeindewahlen das Zepter an seinen langjährigen Mitstreiter Stefan Jochum (54) übergeben musste. Aufsichtsbeschwerden, die vor allem im Zusammenhang mit dem umstrittenen Bau des neuen und millionenschweren Lecher Gemeindezentrums offenbar Hotelier und Ex-Gemeindevertreter Gerold Schneider (54) an die Bezirksauptmannschaft Bludenz mit BH-Chef Harald Dreher (46) und Kontrollabeilung des Landes mit Abteilungsleiter Richard Peter (41) gesandt hatte, dürften jedenfalls für Muxel ohne Folgen bleiben und ihm quasi eine weiße Weste bescheinigen. Sowohl in der Kontrollabteilung als auch in der Bezirksbehörde wurden die Beschwerden unter die Lupe genommen und „keine krassen Verfehlungen mit strafrechtlichem Hintergrund“ festgestellt. Ohne Folgen bleiben die Beschlüsse und die Gemeindefinanzen rund um den Zentrumsbau allerdings nicht: Noch vor Weihnachten will Richard Peter die Gemeindeoberen zur Schlussbesprechung des vor der Fertigstellung stehenden Gebarungsprüfungsberichtes laden. Dabei soll es sich um ein „dickes Exemplar“ handeln.

Chefsache Geht es in Vorarlberg um Investitionen in Projekte, die mit Wasser zu tun haben, ist es Landeshauptmann Markus Wallner (53, VP) persönlich vorbehalten, darüber die Öffentlichkeit zu informieren. Und zwar nicht einmal jährlich, sondern mehrfach. Allein heuer geschah dies schon einige Male – was die Presseabteilung des Landes voreine Herausforderung stellt. Schließlich muss für dasselbe Thema immer ein anderes kleines Zitat gefunden werden. Am 6. Jänner schreibt Wallner: „Neuerliche Investitionen in die heimische Wasserinfrastruktur.“ Am 16. Februar wird Wallner zitiert: „Hohe Lebensqualität setzt intakte Wasserinfrastruktur voraus“. Am 21. Juni betont Wallner: „Leistungsfähige Wasserinfrastruktur erfordert laufende Investitionen.“ Am 12. Juli sagt er: „Konsequenter Ausbau der heimischen Wasserinfrastruktur.“ Am 1. August lässt er ausrichten: „Weitere Investitionen in leistungsfähige Wasserinfrastruktur.“ Acht Tage später: „Kontinuierlicher Ausbau der heimischen Wasserversorgung.“ Am 6. September wird er konkret: „Erneut rund 790.000 Euro für heimische Wasserinfrastruktur.“ Am 1. November wird er so zitiert: „Weitere Investitionen in Wasserinfrastruktur.“ Am 22. November lässt er ausrichten: „Weitere Landesbeiträge zum Ausbau der Wasserinfrastruktur.“ Im Text selbst darf dann immer auch der eigentlich zuständige Sicherheitslandesrat Christian Gantner (40, VP) etwas sagen. Spoileralarm: Auch seine Aussagen ähneln sich meistens sehr.

Gute Wünsche Der neue sozialdemokratische Klubobmann Thomas Hopfner (55, SP) durfte bei der jüngsten Landtagssitzung mit einer Hommage an den scheidenden Langzeitabgeordneten und nunmehrigen Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch (52, SP) eröffnen. „Es gibt wenige direkte Zeitzeugen hier, die mit dir begonnen haben“, wandte er sich direkt an Ritsch, der auf der Zuschauertribüne saß. „Du trittst in die Fußstapfen von Fritz Mayer. Er war 18 Jahre im Amt, das soll dir auch beschieden sein“, fuhr Hopfner fort. In 18 Jahren ist Ritsch 70 Jahre alt; weshalb er lachend von der Zuschauertribüne rief: „Dafür bin ich zu alt. So lange wird‘s nicht.“ Hopfner, nunmehriger Obmann eines Landtagsklubs, schloss mit den Worten von Fans eines Fußballklubs. „Ich darf nun den besten Landtagsklub in Vorarlberg koordinieren.“ Der Protest der übrigen vier Klubobleute war ihm dafür sicher.

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