Massentests im Festspielhaus

von Birgit Entner-Gerhold, Wien

Details für Teststationen stehen fest. Land und Bund bei Kostenersatz noch uneins.

Schwarzach Statt Kultur stehen im Festspielhaus vom 4. bis 6. Dezember Corona-Massentests auf dem Programm. Bregenz richtet dort zwei der sechs Teststationen ein. Im ganzen Land laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Es ist nicht so, dass man eine Teststation einfach so nebenbei einrichtet“, sagt der Egger Bürgermeister Paul Sutterlüty.

In Vorarlberg werden 80 Stationen in 43 Gemeinden aufgebaut. Das Einzugsgebiet je Teststraße liegt zwischen 1500 und 6900 Personen. In Egg werden die Alberschwender mitgetestet: Beide zusammen kommen auf 6846 Einwohner. 

Kampf um die Kosten

Die Massentests haben ein Ziel: Alle Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, sollen gefunden werden und müssen in Quarantäne. Rotes Kreuz, Feuerwehr, Gemeinden und Bundesheer helfen zusammen. Der Bund übernimmt die Kosten für Schnelltests, Schutzausrüstung und Hygieneartikel. Die Landesregierung bezahlt vorerst die Überstunden für Gemeindemitarbeiter sowie eine Aufwandsentschädigung für das medizinische Personal (45 Euro pro Stunde) und alle anderen freiwilligen Helfer (15 Euro), berichtet Landesrat Christian Gantner. „Wir befinden uns in harten Verhandlungen mit dem Bund, damit er die Kosten ersetzt. Da gibt es noch völlig andere Vorstellungen.“

Die Gemeinden stellen die Räume zur Verfügung. Sie müssen 150 Quadratmeter groß sein, brauchen vier Plätze für Abstriche und Bereiche, um die Tests abzulegen und deren Ergebnisse zu kontrollieren. Getestet werden Kinder ab sechs Jahren, erläutert Gantner. Die Bundesregierung habe das noch nicht definiert, weshalb das Land die Entscheidung nun selbst getroffen habe.

Dornbirn wird zehn Stationen einrichten, die meisten davon in Schulturnhallen, erklärt Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Auch im Kulturhaus wird eine Teststraße betrieben. „Wir sind gerade dabei, Mitarbeiter für das gesamte Wochenende zu rekrutieren.“ Die Stadt muss 120 stellen. Alle 2000 Bediensteten werden nun angeschrieben, auch jene im Stadtspital. In Bregenz werden zwei Stationen im Festspielhaus, eine im Landestheater und drei an Schulen eingerichtet, berichtet Stadtamtsdirektor Klaus Feurstein. Die größte Herausforderung sei das technische Equipment. „Wenn die EDV funktioniert, sind wir gut vorbereitet.“ Der Egger Bürgermeister Sutterlüty berichtet von der Vorgabe, dass es möglich sein soll, bis zu 25 Personen in 15 Minuten zu testen.

Damit so viele Vorarlberger wie möglich an den Tests teilnehmen, wird das Land eine Werbekampagne starten. Sie soll mehrsprachig sein und auf verschiedenen Portalen und Medien stattfinden. Vom Vorgehen der Tiroler, jeden einzelnen Bürger persönlich einzuladen, ist Gantner nicht überzeugt. „Das haben wir uns überlegt. Uns ist rechtlich aber nicht klar, ob wir unsere Daten dafür verwenden dürfen.“ Eine Postwurfsendung sei aber geplant. Auch die Integrationskoordinatoren des Landes sollen für die Tests werben.

Auch in Hohenems heißt es Tests statt Kultur. Dort soll neben dem Tenniseventcenter und der Otten Gravour auch der Löwensaal zur Teststation werden.

„Wir befinden uns in harten Verhandlungen mit dem Bund, damit er die Kosten ersetzt.“

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