Großes Sesselrücken in der Landeshauptstadt

Reinhold Einwallner ist Nationalratsabgeordneter der SPÖ.  Parlament

Reinhold Einwallner ist Nationalratsabgeordneter der SPÖ.  Parlament

Der neue Bürgermeister baut die Führung im Rathaus um.

Bregenz Kaum ist Michael Ritsch Bregenzer Bürgermeister, bleibt kein Stein auf dem anderen. Dass er viel verändert, war klar. Dass es so schnell geht, hat aber niemand gedacht, heißt es in der Landeshauptstadt. Vor allem in der Verwaltung. In der Kulturabteilung könnte es kommende Woche bereits zu einem Wechsel kommen. Und auch ganz an der Spitze stehen Änderungen an; mit einer möglichen prominenten Nachfolge.

Kostenfrage

Ritsch hat sich in „Vorarlberg live“ am Montag bereits eindeutig positioniert. „Ich bin angetreten, um in der Stadt etwas zu verändern.“ Das gelte auch für personelle Fragen. Dass Stadtamtsdirektor Klaus Feurstein gehen muss, gilt mittlerweile als fix. Im Rathaus heißt es, er werde sich dagegen nicht groß zur Wehr setzen. Allerdings dürfte es die Steuerzahler einiges kosten. Aus Hohenems oder Hard ist bekannt, dass ein Mitarbeiter auf diesem Posten nach fünf Jahren nicht mehr ganz billig wegzuloben ist.

Als Nachfolger wird immer wieder Reinhold Einwallner ins Spiel gebracht. Der Nationalratsabgeordnete war Landesgeschäftsführer und Landtagsmandatar, als Ritsch Parteichef und Klubobmann war. Ritsch wollte das am Montag nicht kommentieren. „Bei den Gesprächen in der Führungsebene sind wir in der Endphase. Es sieht so aus, dass es diese Woche Lösungen geben wird, dann werden wir die Öffentlichkeit informieren.“ Außerdem sagte er: „Natürlich sucht sich jeder Vorgesetzte auf der Führungsebene Mitarbeiter aus, zu denen er 1000 Prozent Vertrauen hat.“ Einwallner wollte weder bestätigen noch dementieren. Aus dem Rathaus hört man: „Die meisten Gerüchte stimmen.“

Was die Umbesetzung der Kulturamtsleitung betrifft, so scheinen mittlerweile die wesentlichen Parameter geregelt zu sein. Wie die VN bereits am 23. Oktober berichteten, gab es diesbezüglich Gespräche mit Judith Reichart. Die Vorarlberger Kunsthistorikerin erfüllte ein gutes Jahrzehnt die Funktion als Stadträtin in den Ressorts Kultur, Musikschulen, Vereine etc. Nach ihrem Ausscheiden aus eigenem Wunsch im Jahr 2016 hat sie sich unter anderem als Herausgeberin und Chefredakteurin des Magazins Original einen Namen gemacht. Reichart (geb. 1969) hatte zuletzt zudem Veranstaltungsreihen (etwa in Schwarzenberg) kuratiert und war ehrenamtlich als Musikvermittlerin in Erscheinung getreten.

Leitung zurückgelegt

Ein Indiz für eine nun rasch zu fällende Entscheidung für diese wichtige Funktion in der Landeshauptstadt ist die Tatsache, dass Jutta Dieing, die das Kulturamt seit Herbst 2016 leitete, seit kurzem nicht mehr auf der Dienststellenliste im Bregenzer Rathaus aufscheint bzw. die Leitung des Kulturamtes bereits zurückgelegt hat.

Außerdem soll es eine eigene Personalabteilung geben, die von der aktuellen Dienststellenleiterin geleitet wird. In der Rechtsabteilung könnte es auch zu einem Wechsel kommen. Zudem hat Ritsch zwei persönliche Referenten eingestellt. Beide kandidierten bei der jüngsten Wahl für die SPÖ. VN-cd, mip, tw

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