Gülle auf der Alpe bringt Aktivisten in Rage

Gülle auf der Alpe: Die Aufnahmen wurden laut VGT Ende September auf der Brazer Staffel in der Nähe der Ravensburger Hütte gemacht.  VGT

Gülle auf der Alpe: Die Aufnahmen wurden laut VGT Ende September auf der Brazer Staffel in der Nähe der Ravensburger Hütte gemacht.  VGT

Verein gegen Tierfabriken kündigt rechtliche Schritte an.

Bludenz, Wien Diese Aktion stinkt für den Verein gegen Tierfabriken (VGT) zum Himmel: Die Tierschutzaktivisten haben am Montag Fotos veröffentlicht, die zeigen sollen, wie ein Landwirt Gülle aus dem Tal auf einer Alpe im Bezirk Bludenz ausbringt. „Auf 2000 Meter Seehöhe wird die Gülle direkt in Steilhänge gespritzt. Der VGT hat nach dem Wasserrechtsgesetz und anderen Gesetzesmaterien Anzeige erstattet“, gibt die Organisation in einer Aussendung bekannt. Die Aufnahmen wurden demnach Ende September auf der Brazer Staffel in der Nähe der Ravensburger Hütte gemacht. Bei der BH Bludenz war der Fall bis gestern, Montag, allerdings noch nicht bekannt. „Wir haben noch keine Anzeige bekommen“, sagte Bezirkshautpmann Harald Dreher auf VN-Anfrage.

Der VGT wirft dem Landwirt vor, das Ökosystem damit zu zerstören. „Die hochalpine Region ist ein sehr sensibler Lebensraum. Dort leben Wildtiere im Vergleich zu Tallagen noch verhältnismäßig ungestört. Umso schlimmer, dass in diesen Lebensraum nun auch die Gülle aus dem Tal ausgebracht und dass dort die Natur auf diese Weise zerstört wird. Auch die Wildtiere dort oben, ob Murmeltiere oder Gämsen, aber auch Insekten und Kleintiere, haben ein Recht auf einen intakten Lebensraum. Wir Menschen müssen endlich lernen, dass diese Welt nicht allein uns gehört, sondern dass wir sie mit vielen Wildtieren teilen, denen wir auch Platz zum Leben lassen müssen“, empört sich Obmann Martin Balluch, der Auszüge der Anzeige auch auf seinem Blog veröffentlicht hat. Aufgrund der vorliegenden Dokumentation könne man nicht ausschließen, dass die Höchstmenge an Gülle überschritten wurde. Es sei nicht beobachtet worden, dass die Gülle binnen der vorgeschriebenen Zeit eingearbeitet wurde, heißt es darin unter anderem. Das Fazit: „Ein Verstoß ist daher anzunehmen.“

„Grundsätzlich möglich“

Dass man auf der Alpe Gülle zu Düngezwecken ausbringt, sei grundsätzlich möglich, erläutert der Bludenzer Bezirkshauptmann. Es komme allerdings auf den Zeitpunkt und die Menge an. Außerdem müsse man sich anschauen, ob es sich um eine Magerwiese handelt und ob es eine Naturschutzwidmung gibt. Eine Ferndiagnose in dem konkreten Fall abzugeben wäre unseriös, ergänzt Dreher. „Man muss genau wissen, wo und wann es passiert ist.“ vn-ger

„Es kommt unter anderem auf den Zeitpunkt und die Menge an.“

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