Schnell-Nachweis von Covid19 auf der Spur

Lukas Krainer hofft auf den großen Durchbruch bei der Covidforschung. 

Lukas Krainer hofft auf den großen Durchbruch bei der Covidforschung. 

Forschungsförderung für Dornbirner Start-up-Unternehmen zu lasergestützter Diagnosemethode.

Dornbirn Das Coronavirus treibt die Forschung vor sich her. Millionen Euro werden investiert, um ein wirksames Mittel gegen den Krankheitserreger zu finden. Auch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) hat, wie schon vor Längerem berichtet, 26 Millionen Euro für 45 wissenschaftliche Projekte ausgeschüttet, darunter sind auch zwei aus Vorarlberg. Eines dieser Projekte befasst sich mit der Herstellung eines zuverlässigen Antikörpertests, ein anderes arbeitet an einer neuen Methode zum schnelleren Nachweis von Covid19.

Den will das Dornbirner Start-up-Unternehmen „Prospective Instruments“ liefern. Mitbeteiligt ist Dorothee von Laer, Direktorin der Sektion für Virologie der MedUni Innbruck, sowie die von Primar Felix Offner geleitete Pathologie im Landeskrankenhaus Feldkirch. Die Kosten für das Projekt wurden mit 228.000 Euro veranschlagt, die Förderquote beträgt 60 Prozent.

Wechselwirkung

Im Mittelpunkt der Forschung steht die Raman-Spektroskopie. „Wir arbeiten daran, Covid19 mit Hilfe dieses Verfahrens schneller und effektiver nachzuweisen,“ erklärt Geschäftsführer Lukas Krainer. Die lasergestützte Diagnosemethode setzt auf die Wechselwirkung von Licht und Materie. „Bakterien, Viren und sonstiges organisches Material reflektieren Licht in einer sehr charakteristischen Art und Weise. Wir gehen davon aus, dass auch Covid19, wie andere Viruserkrankungen, durch diese Methode in Minutenschnelle erkannt werden kann“, erläutert Krainer. Bei Masernviren habe das jedenfalls einmal funktioniert.

Kosten- und zeitintensiv

Die Raman-Methode, übrigens benannt nach einem indischen Physiker, könnte nach Meinung von Lukas Krainer das aktuell sehr kosten- und vor allem zeitintensive Diagnoseverfahren revolutionieren. Derzeit dauert es bis zu sechs Stunden, bis ein Testergebnis vorliegt. In die Forschung direkt involviert sind Mitarbeiter der Pathologie im LKH Feldkirch sowie des virologischen Instituts der MedUni Innsbruck. Grund: Es muss mit lebenden Krankheitserregern gearbeitet werden. „Effektivere Tests für den Nachweis von Covid19 werden jetzt und in naher Zukunft dringend benötigt“, sagt Primar Felix Offner. „Wir sind daher sehr stolz darauf, mit unserem Entwicklungsprojekt die Coronaforschung in Vorarlberg vorantreiben zu können.“

Im Dezember wurde mit der Erarbeitung des Projekts begonnen, im März folgte die Einreichung bei der Forschungsförderungsgesellschaft, bald danach die Förderzusage. Ein Funktionsmuster soll laut Lukas Krainer bis Ende des Jahres vorliegen. Ist es brauchbar, könnte die Forschung in die praktische Umsetzung gehen. VN-MM

<p class="caption">Einblick in das Forschungslabor und die Gerätschaften, die es braucht, um möglicherweise eine neue Dimension der Covidtestung zu eröffnen. Pi</p>

Einblick in das Forschungslabor und die Gerätschaften, die es braucht, um möglicherweise eine neue Dimension der Covidtestung zu eröffnen. Pi

„Effektivere Tests für den Nachweis von Covid19 werden dringend benötigt.“

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