Ein Lächeln schenken

Alexandra Vrhovac ebnet jungen Menschen den Weg in eine gute Zukunft. HRJ

Alexandra Vrhovac ebnet jungen Menschen den Weg in eine gute Zukunft. HRJ

Alexandra Vrhovac hilft schwachen Kindern, stark zu werden.

HOHENEMS, DORNBIRN Sie ist jung, schön, blitzgescheit. Und sie hat ein großes Herz für sozial benachteiligte Menschen. Alexandra Vrhovac steht besonders Kindern und Jugendlichen bei, die weiterkommen möchten aber nicht können – aus verschiedensten Gründen. Ihnen verhilft die 27-jährige Mittelschullehrerin, die in Dornbirn unterrichtet, zu mehr Selbstbewusstsein und macht sie stark.

Viel Potenzial

Mittels Nachhilfe macht Alexandra Kinder für den Schulunterricht fit. Jungen Erwachsenen, die studieren wollen, vermittelt sie dafür nötige Fähigkeiten. Und derzeit begleitet sie eine Schülerin bei der Maturaprüfung. „Diese jungen Menschen brauchen jemanden, an den sie glauben können, der sich Zeit nimmt für sie“, sagt die selbst noch junge Lehrerin. „Es gibt viele Kinder und Jugendliche, die viel Potenzial haben. Sie brauchen nur eine Hand, die man ihnen reicht, damit sie nicht die Motivation und den Mut verlieren.“

Zudem betreut Alexandra zurzeit drei Migrantenfamilien. Eine chinesische Familie unterstützt sie etwa bei Behördengängen, „und der Mutter habe ich geholfen, sich hier einzuleben“. Um eine syrische und eine türkische Familie kümmert sich Alexandra seit mehreren Jahren. Den Kindern gibt sie Nachhilfe, den Erwachsenen steht sie beim Deutschlernen bei. Familien, die das Gefühl haben, sich Bildung nicht leisten zu können, eine Perspektive zu geben, ist eines ihrer Ziele.

„Als Lehrerin ist mir der soziale Aspekt in der Schule enorm wichtig“, erklärt Alexandra. „Zu viele Schüler leben in schwierigen Verhältnissen und werden aufgrund ihres Verhaltens als Problemkinder bezeichnet.“

Sie selbst sei ein „problematisches Kind“ gewesen, erinnert sich die 1992 in Hohenems geborene Tochter bosnisch-serbischer Eltern, die einst als Gastarbeiter ins Land gekommen sind. „In der Schule habe ich zwar leicht gelernt, aber mein Verhalten war … also ich war ein aufmüpfiges Kind“, erzählt Alexandra. Dabei habe sie immer nur Fairness gewollt. Für jeden Menschen. Mit den Jahren hat sich ihr Bedürfnis nach Fairness zu einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn entwickelt. Ungerechtigkeit erträgt sie gar nicht, insbesondere wenn es Kinder betrifft. Oder Menschen mit Einschränkungen, für die sich Alexandra ebenso stark engagiert. Das hat auch ihren beruflichen Weg beeinflusst. Mittlerweile ist sie Klassenvorstand einer Integrationsklasse.

Dann zählt Alexandra Vrhovac einiges auf, was sie sonst noch ehrenamtlich macht: „Ich engagiere mich für die Personalvertretung der Lehrpersonen und bin Vertreterin der Junglehrer in Vorarlberg.“

Im Verein Volkshilfe ist sie aktiv: Letztes Jahr verbrachte sie in der von der Volkshilfe Bregenz veranstalteten Sommerschule „zwei absolut inspirierende Wochen mit Menschen zwischen acht und 45 Jahren und vier Sprachen“. Und da ist noch Pamoja, der von Lisi Felder aus Egg geführte Verein zur Förderung von Bildung, Gesundheit und Entwicklung in Kenia. Dort hat Alexandra eine Patenschaft für ein Mädchen übernommen. Dieses Jahr hätte sie eine Reise in das ostafrikanische Land geplant, um sich die Pomoja-Projekte vor Ort anzuschauen. Wegen der Corona-krise geht das nun nicht, bedauert sie und hofft, dass es nächstes Jahr klappen wird.

Umzug nach Wien

Im Herbst bricht Alexandra Vrhovac ihre Zelte in Vorarlberg ab und zieht nach Wien. Sie wird dort in einer großen Mittelschule unterrichten und zudem ein Studium beginnen. „Meine Schüler und die Familien, die ich betreue, nehme ich mit, indem ich online mit ihnen verbunden bleibe.“ Übrigens, merkt Alexandra noch an, „kann man mit ganz wenig einen Menschen unterstützen. Zum Beispiel, einfach mal ein Lächeln schenken.“ HRJ

Zur Person

ALEXANDRA VRHOVAC

Geboren 3. September 1992

Wohnorte Hohenems und Wien

Beruf Mittelschullehrerin

Familie ledig

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