Schutz für die Kanisfluh

Die Alpe Obere im Jahr 1907. In der Mitte ist Senn Josef Kaufmann zu sehen.

Die Alpe Obere im Jahr 1907. In der Mitte ist Senn Josef Kaufmann zu sehen.

Wahrzeichen des Bregenzerwaldes wird Landschaftsschutzgebiet.

bregenz Lange hat es gedauert, doch nun ist der Beschluss durch. Die Kanisfluh, markantes Wahrzeichen des Bregenzerwaldes, wird auch rechtlich zum Landschaftsschutzgebiet. Das gab Umweltlandesrat Johannes Rauch bekannt. Seit den 1990er-Jahren drängten die Gemeinden Au, Schnepfau und Mellau auf diese Maßnahme. Einer, der die Hoffnung auf Umsetzung nie aufgegeben hat, ist der Schnepfauer Bürgermeister Robert Meusburger. Jetzt ist er zufrieden: „Gut Ding braucht halt manchmal Weile“, kommentierte er die frohe Botschaft zufrieden.  

Vereint aufgetreten

Per Verordnung wird in den drei genannten Gemeinden ein Landschaftsschutzgebiet „Kanisfluh“ errichtet. „Damit soll sichergestellt sein, dass auch zukünftige Generationen die Schönheit und Besonderheit der Kanisfluh entdecken und erleben können“, argumentiert Rauch. Der Entscheidung vorausgegangen war eine gemeinsame Stellungnahme der drei Kommunen, in der eine für alle befriedigende Kompromisslösung vorgeschlagen wurde. Sie dürfte die Sache letztlich beschleunigt haben. „Es ging unter anderem darum, die land- und forstwirtschaftliche sowie jagdrechtliche Nutzung sicherzustellen“, erklärte Tobias Bischofberger, Bürgermeister von Mellau. Das soll laut Verordnung gewährleistet bleiben.

Diskussion und Emotion

Das Ringen um das Bergmassiv sorgte in den vergangenen Jahren für viele Diskussionen, noch mehr Emotionen und heftige Gegenwehr. Erst recht, als bekannt wurde, dass die Firma Rüf am Fuß der Kanisfluh Kies abbauen möchte. Ein VN-Stammtisch im August 2017 brachte fast 500 Interessierte auf die Beine. Kurze Zeit später marschierten Vertreter der Bürgerinitiative „Üsa Kanis“ bei Landeshauptmann Markus Wallner auf und übergaben ihm 4087 Unterschriften, die für den Erhalt der Kanisfluh gesammelt worden waren. Ein Mahnfeuer auf dem Berg sollte die Dringlichkeit des Anliegens unterstreichen.

Eine von Johannes Rauch beim VN-Stammtisch angekündigte Prüfung ergab schließlich, dass bei der Kanisfluh alle im Vorarlberger Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung angeführten Kriterien für eine Unterschutzstellung vorliegen würden. Es folgten Gespräche mit den Gemeinden und ein Verordnungsentwurf. Dann kehrte Ruhe ein. Der Grund war eine Novelle. Zumindest die von Rauch im Jänner gegenüber den VN getätigte Versicherung, die Unterschutzstellung der Kanisfluh werde noch im ersten Halbjahr von der Landesregierung beschlossen, hielt. Der Schnepfauer Gemeindechef sieht die Maßnahme als wichtiges Signal, dass Einsatz und Engagement gewürdigt worden sind. VN-MM

<p>Die Kanisfluh zählt zu den schönsten Aussichtsbergen im Land.</p>

Die Kanisfluh zählt zu den schönsten Aussichtsbergen im Land.

<p>Imposant: das Mahnfeuer, mit dem gegen den Kiesabbau protestiert wurde.</p>

Imposant: das Mahnfeuer, mit dem gegen den Kiesabbau protestiert wurde.

<p class="caption">Beim VN-Stammtisch im August 2017 am Fuß der Kanisfluh legten sich die Bewahrer des steinernen Riesen mächtig ins Zeug.</p>

Beim VN-Stammtisch im August 2017 am Fuß der Kanisfluh legten sich die Bewahrer des steinernen Riesen mächtig ins Zeug.

<p class="caption">Die Kanisfluh, ein weitgehend isoliert stehendes Bergmassiv, ist ein Juwel und bietet ein besonderes Naturerlebnis.  D. Stiplvsek, VN/Steurer, L. Berchtold, Volare</p>

Die Kanisfluh, ein weitgehend isoliert stehendes Bergmassiv, ist ein Juwel und bietet ein besonderes Naturerlebnis.  D. Stiplvsek, VN/Steurer, L. Berchtold, Volare

„Auch künftige Generationen sollen die Schönheit der Kanisfluh erleben können.“

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