Corona sorgt für frische Luft statt Blechlawinen

Bei der Vorarlberger Wasserqualität lässt sich laut Thomas Blank vom Land derzeit keine Veränderung feststellen.

Bei der Vorarlberger Wasserqualität lässt sich laut Thomas Blank vom Land derzeit keine Veränderung feststellen.

80 Prozent weniger Verkehr auf Vorarlbergs Autobahnen.

Lustenau, Feldkirch Die Bärenkreuzung: der Inbegriff für schlechte Luft in Vorarlberg. Täglich rattern Tausende Autos durch Feldkirch. Lustenau: Eine Blechlawine mäandert Tag für Tag durch die Straßen. Nun nicht mehr. Wer etwas Gutes an der Coronakrise finden möchte, muss auf die Straßen blicken. Der Verkehr ist weg.

Bernhard Anwander vom Umwelt­institut rechnet vor: An der Feldkircher Bärenkreuzung wurde am Montag 66 Prozent weniger Stickstoffdioxid festgestellt als an einem durchschnittlichen Montag vor Corona. Am Dienstag waren es 47 Prozent weniger, am Wochenende 75 Prozent. In Lustenau am Zollamt zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Verkehrszahlen des Landes unterstreichen das. Der Werktagsverkehr ist dort von 12.000 auf 4000 Autos zurückgegangen. An der Grenze am Zollamt Feldkirch Tisis reduzierte sich die Zahl der Autos von 11.700 auf 5000. Jörg Zimmermann vom Land erläutert: „Im Güterverkehr gibt es hingegen kaum Einbrüche.“ Anders auf den Autobahnen. Laut Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl ist die Zahl der Lkw an der Grenze zu Deutschland um 20 Prozent zurückgegangen, nach Tirol um 17 Prozent. Der Gesamtverkehr hat sich im Vergleich zur 2. Märzwoche 2019 um 80 Prozent reduziert.

Was bedeutet das für die Umwelt?

Bilder im Internet sollen es zeigen: Das Wasser in Venedigs Kanälen ist glasklar, auf einigen sind Fische zu erkennen. Das Ausbleiben von Touristenschiffen sei der Grund dafür. Biologe Klaus Zimmermann von der Inatura relativiert: „Vieles sind Fake News. Die Bilder sind aus Burano, einer Nebenstadt von Venedig.“ In Vorarlberg sei es zu früh, Rückschlüsse zu den Auswirkungen auf die Natur zu ziehen. „Natürlich, wenn menschliche Aktivitäten vermehrt eingestellt sind, können Tiere profitieren. Umgekehrt halten sich Menschen nun aber vermehrt im Garten auf.“ Dies könne Tiere sogar stören.

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