Finanzielle Notlage: Circus Berlin geht das Futter für Tiere aus

Seit einer Woche steht der Zirkus auf einem Privatgrundstück in Hard.

Seit einer Woche steht der Zirkus auf einem Privatgrundstück in Hard.

Familienbetrieb steckt wegen Coronakrise in Hard fest und kämpft ums Überleben.

Hard Seit Monaten sitzt der Circus Berlin in Vorarlberg fest. Im Juni vergangenen Jahres nahm das Problem in einem Stall in Lustenau seinen Ausgang. Dort wurde bei einem Zirkuspferd eine gefährliche Infektion festgestellt. Die Folge: Der Circus Berlin bekam damals von der Landesveterinärabteilung ein Mobilitätsverbot bis Ende September aufgebrummt und durfte den Standort nicht verlassen.

Existenz in Gefahr

Nach negativer Testung konnte der Familienbetrieb mit den elf Pferden, sechs Ponys und vier Kamelen erneut im Land auftreten und überwinterte ab November in Röthis. Seit einer Woche steckt der Zirkus erneut fest. Diesmal auf einem Privatgrundstück in Hard: „Wir kommen nicht mehr weg. Eigentlich wollten wir in Bregenz auftreten und unsere Tour über Tirol und das Salzburger Land weiterführen, aber die Coronakrise macht uns einen Strich durch die Rechnung“, seufzt Zirkusdirektor Adolf Lauenberger (54). Wegen des Verbots von Veranstaltungen und Menschenansammlungen sind Auftritte derzeit nicht möglich, was die Existenz des Unternehmens in Gefahr bringt.

„Wir sind ein kleines Familienunternehmen mit zehn Menschen. Auch wir müssen irgendwie Versicherungen, Tierfutter und Nahrungsmittel bezahlen. Außerdem hat ein Lkw einen Schaden“, zeigt sich der Schleswig-Holsteiner im VN-Gespräch verzweifelt.

„Wissen nicht, wie es weitergeht“

Lauenberger fühlt sich von der Gemeinde und vom Land im Stich gelassen. „Bis April können wir noch auf dem Wiesenstück hier in Hard bleiben. Dann will der Besitzer, dass wir gehen. Wie es danach weitergeht, wissen wir nicht.“ Für seinen Tross samt all den Wagen und mobilen Stallungen benötigt Adolf Lauenberger einen 4000 Quadratmeter großen Stellplatz. Einen Plan für eine vorübergehende Lösung hatte er bereits: „Das Kloster Mehrerau in Bregenz hätte eine solche Wiese und Pferdestallungen. Aber dort wurde uns abgesagt“, ist Lauenberger enttäuscht.

Unterstützung bekam er bislang von Metzger Benno Feldkircher, der dem Zirkus vier Siloballen Heu geschenkt hat. Nun appelliert er an die Vorarlberger Bevölkerung, es Feldkircher gleichzutun: „Wir möchten nicht betteln. Wir arbeiten seit Jahren in Österreich. Aber auch wir sind nur Menschen und uns gehen das Geld und das Tierfutter aus“, wendet er sich mit der Bitte um Heu, Pferdepellets, Möhren und Kraftfutter für seine Pferde und Kamele an die Vorarlberger.

<p class="caption">Direktor Adolf Lauenberger sucht eine Wiese für seinen Zirkus.</p>

Direktor Adolf Lauenberger sucht eine Wiese für seinen Zirkus.

<p class="caption">Das Futter für die 20 Tiere, darunter Kamele und Pferde, wird knapp. Der Zirkus sitzt in Hard fest und sucht eine neue Bleibe.</p>

Das Futter für die 20 Tiere, darunter Kamele und Pferde, wird knapp. Der Zirkus sitzt in Hard fest und sucht eine neue Bleibe.

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