Hinter den Kulissen. Politik, Personen und Parteien

Verwaiste Plakate und geklaute Bänke

FP-Slogan „Handschlagqualität“ in Zeiten von Corona in Dornbirn als Aufreger. 

FP-Slogan „Handschlagqualität“ in Zeiten von Corona in Dornbirn als Aufreger. 

aufreger Vor Wahlgängen wird das Land in aller Regel mit Plakaten zugepflastert. Parteien und ihre Spitzenvertreter buhlen dabei um Wählerstimmen. So auch im Vorfeld der für 15. März geplanten Vorarlberger Gemeindewahlen, die bekanntlich wegen der bedrohlichen Folgen des Coronavirus ins Wasser fielen. Dass manche Gruppierungen wie die Pinken in Feldkirch bei Bürgermeister Wolfgang Matt (64, VP), dessen Volkspartei noch in der Nacht auf den absagten Wahlsonntag ein automatisiertes Werbeposting in den Sozialen Medien platzierte, mit Spitzenkandidat Georg Oberndorfer (45, Neos) oder die dortigen Freiheitlichen mit dem Spitzenkandidaten Daniel Allgäuer (55, FP) es bis dato nicht schafften, ihre großflächige Wahlwerbung an den Straßen verschwinden zu lassen, regt nicht nur Wahlmitbewerber auf. Passanten schütteln vielfach den Kopf, vor allem im Hinblick auf den pinken Slogan an die Wählerschaft „Jetzt bist du am Zug“. Aus ihrer Sicht wären nämlich die Neos längst am Zug, die überfälligen Plakate einzusammeln. Für noch mehr Aufregung sorgt allerdings der Blaue Christoph Waibel (55, FP) in Dornbirn bei Stadtchefin Andrea Kaufmann (51, VP). Zumal Ex-Abgeordneter und Stadtrat Waibel als Spitzen- und Bürgermeisterkandidat der dortigen Freiheitlichen in Zeiten von Corona unverblümt mit dem allgemein längst verpönten Slogan „Handschlagqualität“ sein Konterfei zur Schau stellt.

Verwirrung Nicht nur im Kreis der Mitbewerber sondern auch in der Wählerschaft sorgte eine Aktion für Aufregung, die Altbürgermeisterin Mechthild Bawart (63) im Vorfeld der inzwischen abgesagten Gemeindewahl in Weiler bei Gemeindechef Dietmar Summer (63) lanciert hatte. Bawart, die in der Direktwahl gegen Summer 2010 das Nachsehen hatte, nach jahrelangem Engagement bei der Volkspartei bei den Neos anheuern wollte und diesmal mit der neuen Liste Wir für Weiler abermals den Bürgermeisterstuhl erobern wollte, hatte nämlich die Wähler per Postwurf eingeladen, ihre Mitstreiterin Sandra Bitriol (29) von der Liste Wir für Weiler „direkt zur Vizebürgermeisterin zu wählen“. In der Folge hagelte es harte Kritik an Bawarts Aktion. „Das nennt man Bürger für dumm verkaufen“, lautete der Tenor. Eine „erfahrene Politikerin“ dürfe niemals „eine derart irreführende Information verteilen“.

Genossenbank Als halblustig wird ein nächtlicher Diebstahl in Lustenau bezeichnet, der nun die Polizei auf den Plan rief. Manuela Lang (43, SP), Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten und Herausfordererin von Bürgermeister Kurt Fischer ( 56, VP) hatte im Wahlkampf fünf Parkbänke aufstellen lassen. Passanten wurden unter dem Motto „Bänkla & Reda“ zum Verweilen eingeladen. In der Nacht auf den abgesagten Wahlsonntag verschwand eine der knallroten Genossenbänke in der Jahnstraße plötzlich spurlos. Die Polizei ermittelt.

<p class="caption">In Feldkirch werben die Pinken und Blauen ebenso immer noch. VN/Steurer</p>

In Feldkirch werben die Pinken und Blauen ebenso immer noch. VN/Steurer

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